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Gewissensfrage?

Modische Phänomene: Bonnie Strange

Was bedeutet Einzigartigkeit in einer Weltt, die jeden Tag von neuen Trends, Strömungen und Ansichten überflutet wird? Was bedeutet es, etwas Besonderes zu sein, wenn man früher oder später von zahlreichen Mädchen kopiert wird? Gibt es wirklich noch Mode-Ikonen oder sind das alles nur kurzanhaltende Phänomene der Mode?


Bunt, laut, kreischend, quietschend und immer auffallen. So ist Bonnie Strange, die Freundin von Wilson Gonzales Ochsenknecht. Seit einiger Zeit ist sie immer häufiger in der Presse - auch ohne an Ochsenknechts Arm zu kleben. Laut der Bild, will Bonnie nämlich auch ohne ihren Freund erfolgreich sein und ihren Fast-Schwiegereltern zeigen, dass auch ein Modepüppchen die Ärmel hochkrempeln und hart arbeiten kann. Ganz ehrlich, ich habe mir noch keine Meinung zu Madame machen können, bin sehr hin- und hergerissen, ob ich sie für ihre schrille, funkelnde Art bewundern und feiern soll oder sie als zu nervtötend und zu omnipresent abstempeln soll.

Schaut man sich Bonnie Stranges Blog an "Strange Ambition", den sie im Juli vergangenen Jahres online stellte, dann bekommt man Lust auf mehr! Tolle Bilder, eine schöne Ironie, die in jeder Aussage mitschwingt, und ziemlich viel zu entdecken. Genau wie jede andere Bloggerin zeigt Bonnie, wie sie aussieht und was sie gerne isst. Nur mit dem kleinen Unterscheid, dass Bonnies Bilder nie langweilig sind. Wild, aufreizend und krachend inszeniert sich das Chamäleon vor einem comicartigen Hintergrund. Ihre Bilder sind wie die Kästchen eines alten sechziger Jahre Comichefts angeordnet. Auch die Fotografien ihrer Leibspeisen und Kochrezepte lässt einen sympathisierend schmunzeln. Überall Burger, Pommes und fettige Saucen. Natürlich ohne Fleisch. Bonnie schreibt auf Englisch und verfasst all ihre Einträge mit einem koketten, witzigen Tonfall, den ich ihr auch abkaufe.

Der Blog ist also sympathisch. Was ist also mit der Person Bonnie Strange? Es vergeht mittlerweile kein Augenblick mehr auf der Berlin Fashion Week, wo kein Foto von ihr erscheint, wo nicht der Name fällt und jetzt macht sie auch noch einen Modeladen auf - namens Shit Shop. Leicht überspitzt, aber trotzdem echt? Mädchen wie Bonnie braucht man in der Modebranche, Mädchen wie Bonnie inspirieren. Aber wo ist die Grenze erreicht? Ab wann ist das früher außergewöhnliche Mädchen keine Besonderheit, sondern Vermarktung für die Masse? Wenn ihre Haarfarbe schon zum fünfzigsten Mal gewechselt ist und alle mittlerweile Neon tragen. Sobald aus der einen coolen Person eine ganze Marke und ein großes Imperium wird. Leider ist das früher oder später mit allen Trends so. Erst werden sie als furchtbar einzigartig in den Himmel gelobt, dann werden sie Massenware und später möchte sich keiner mehr daran erinnern, so einer Moderichtung hinterher gelaufen zu sein. Was also mit Bonnie Strange irgendwann passieren wird, wissen wir. Aussortiert und vergessen. Oder wird sie sich als guter, zeitloser Trend behaupten und bestehen bleiben?

Ich werde noch einige Zeit weiter über diese Modephänomene a lá Bonnie Strange nachdenken. In diesem Sinn eine schöne Woche. Bisous.


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