Von Nils Reschke 0
TV-Quoten 2012

Mit dem Zweiten sieht man besser: ZDF holt sich den Jahressieg

„Mit dem Zweiten sieht man besser“ heißt der Slogan des ZDF. Und 2012 sollte tatsächlich ein besonderes Jahr für das „Zweite“ werden. Denn die TV-Zuschauer folgten dem Werbespruch, schworen dem ZDF die Treue – und hoben es auf den Thron der Fernsehsender.


Auf dem Mainzer Lerchenberg jubeln sie über die neue Marktführerschaft, die man dem bisherigen Klassenprimus RTL abgejagt hat. Für den Kölner Privatsender, der zuletzt immer wieder herbe Nackenschläge einstecken musste, endete das Jahr 2012 damit im absoluten Desaster. 2012 kam es zu einer beachtenswerten Wachablösung. Denn mit 12,6 Prozent Marktanteil sicherte sich das Zweite Deutsche Fernsehen den ersten Platz und verwies damit RTL, den bisherigen Marktführer, gemeinsam mit der ARD auf Rang zwei.

Beide Sender erreichten in 2012 einen Marktanteil von 12,3 Prozent. Gemessen wurden die Zahlen, die bis einschließlich zum 29. Dezember 2012 ausgewertet wurden, von der GfK-Fernsehforschung mit Sitz in Nürnberg, die 2011 noch RTL mit 14,1 Prozent deutlich vorne gesehen hatte, während das Erste nur auf 12,4 Prozent kam, das ZDF sogar nur auf 12,1 Prozent. Während das Zweite also leicht zugelegt, die ARD leicht abgenommen hat, verlor der Kölner Privatsender beträchtlich an Boden – und gab Prozente an die anderen Sender ab. Gemeint ist damit aber nicht Sat.1, das von 10,2 auf 9,5 Prozent fiel, und auch nicht ProSieben, das sich von 6,2 auf 5,9 Prozent leicht verschlechterte.

Nein, die vermeintlich kleineren TV-Sender haben aufgeholt: Vox verbesserte sich von 5,6 auf 5,8 Prozent Marktanteil. RTL II kam dank „Berlin Tag & Nacht“ oder „Die Geissens“ sogar auf 4,0 Prozent nach zuletzt 3,6 Prozent Marktanteil in 2011. Dass die ARD leichte Verluste einstecken musste, ist hingegen ebenso enttäuschend, denn schließlich stand 2012 ganz im Zeichen des Sports mit den Olympischen Spielen in London oder der Fußball-EM in Polen und der Ukraine. Bei RTL machten sich derweil die schwächelnden Formate wie „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Das Supertalent“ deutlich bemerkbar.


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