Von Nils Reschke 0
Geburtstagskind des Tages

Mister Hitparade: Dieter Thomas Heck feiert seinen 75. Geburstag

„Hier ist Berlin!“ So eröffnete Dieter Thomas Heck 25 Jahre lang die Hitparade in ihrem „Zett-Dee-Eff“ und machte sich selbst zur Kultfigur. Heute feiert der Showmaster seinen 75. Geburstag.


In Flensburg geboren, in Hamburg aufgewachsen und bei einem nächtlichen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg dem Tod so gerade von der Schippe gesprungen: Schon als Fünfjähriger hatte Dieter Thomas Heck, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Carl-Dieter Heckscher heißt, ein bewegtes Leben. Einer ganzen Nation wurde Dieter Thomas Heck 1969 bekannt, als im ZDF erstmals die ZDF-Hitparade in die deutschen Wohnzimmer flimmerte. 25 Jahre lang, bis 1984, moderierte er die Kultsendung im Zweiten Deutschen Fernsehen. SeinNachfolger Viktor Worms schaffte es nicht, in diese großen Fußstapfen zu treten. Alleine das sagt schon vieles aus über die Qualitäten des Dieter Thomas Heck, der eben für immer auch „Mister Hitparade“ bleiben wird, wenngleich Uwe Hübner seine Sache bei der Musikshow von 1990 bis 2000 doch recht ordentlich machte. Heute feiert Dieter Thomas Heck seinen 75. Geburtstag – und Promipool.de gratuliert dazu recht herzlich!

Die etwas älteren Semester unter euch werden sich gewiss noch an die Anfangszeiten der ZDF-Hitparade erinnern, in denen vor allem die Anmoderation eines Dieter Thomas Heck gerne bis heute noch parodiert wird: „Samstag, 19 Uhr, 30 Minuten und exakt 23 Sekunden“, startete Heck und fügte schnell hinzu: „Hier ist Berlin! Mit der deutschen Hitparade im Zett-Dee-Eff!“ Die letzten drei Buchstaben betonte der beliebte Moderator dann immer mit der für ihn typischen Handbewegung – und dabei schimmerte auch immer ein goldenes Handkettchen hervor, ebenfalls eine seiner Markenzeichen. 25 Jahre ging das so. Dann reichte Dieter Thomas Heck den Staffelstab an Viktor Worms weiter. „Bei mir sind 387 Gruppen und Künstler aufgetreten“, erinnert sich der Moderator der Hitparade. „Ein Roland Kaiser zum Beispiel 57 Mal. Und Chris Roberts sogar 61 Mal.“ Der heimliche Star war aber Dieter Thomas Heck selbst. Auch oder gerade wegen seines Schnellsprechens und der markanten Stimme.

Was viele nicht wissen: Hinter dieser Art der Moderation steckt auch ein ernsterer Grund. Denn als fünfjähriger Junge wurde Heck bei einem Bombenangriff auf Hamburg unter den Trümmern verschüttet. Er kam mit dem Schrecken und einem Schock davon – infolge dessen Dieter Thomas Heck mit dem Stottern begann. Aber der gebürtige Flensburger war schon immer ein Stehaufmännchen, weswegen Heck durch eine Gesangsausbildung diesen Sprachfehler aus der Welt schaffen konnte und sich auch die Technik seines schnellen Sprechens aneignete. Als gelernter Autohändler machte Dieter Thomas Heck schnell Karriere in der Welt der Medien. „Toi, toi, toi“ hieß eine Talentshow von Peter Frankenfeld, so etwas wie das DSDS der 50er und 60er Jahre, in der Heck 1959 auftrat – und entdeckt wurde. Durch einen Zufall führte sein Weg ihn dann zum Radio. Eigentlich sollte der heute 75-Jährige selbst interviewt werden. Doch der Radiomoderator verstand seinen Job offenbar nicht so gut. Also nahm Heck sich der Sache selbst an – und erhielt eine 90-minütige eigene Radiosendung beim Südwestfunk in Baden-Baden.

Über Radio Luxemburg und Europawelle Saar ging es für Dieter Thomas Heck dann schon bald zum Fernsehen und damit auch zur „ZDF-Hitparade“. Als Quizmaster machte er sich vor allem mit „Die Pyramide“ einen Namen. Und auch seine „Melodien für Millionen“, die große Spendengala zugunsten der Kinder-Krebshilfe war ein großer Erfolg. Weil sein Vertrag Ende des Jahres 2007 aber nicht verlängert wurde, verabschiedete sich Dieter Thomas Heck also von seinem Publikum und der Showbühne. Abseits selbiger war Heck auch immer wieder als Schauspieler in Gastrollen zu sehen. So beispielsweise im „Tatort“ oder auch in der beliebten Vorabendserie in der ARD, „Praxis Bülowbogen“. Nur einer musste immer ein wenig leiden – wegen Dieter Thomas Heck. Reiner, der Tontechniker der Hitparade. „Reiner, fahr ab!“, forderte Heck ihn vor den Songs auf. Heute sagt er: „Der Spruch hat Kultstatus erlangt. Der arme Reiner wurde bei jedem Kneipenbesuch mit diesem Spruch begrüßt. Das hat ihn genervt!“


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