Von Mark Read 0
Im Interview mit Promipool

Max von Thun würde gerne das Leben seines Großvaters verfilmen

Am 4. Januar wird Max von Thun in einer anspruchsvollen TV-Rolle zu sehen sein. In einer Neuverfilmung von Leo Tolstois Monumentalwerk "Anna Karenina" spielt er eine der Hauptrollen. Wir trafen den sympathischen Schauspieler zum Interview und plauderten mit ihm über seine Vorliebe für historische Stoffe.

Max von Thun: Schwarm vieler Frauen

Max von Thun spielt in "Anna Karenina" den Konstantin Lewin

(© Getty Images)

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Lachend und scherzend begrüßt Max von Thun (35) die Journalisten in der Dach-Lounge des Hotels Bayerischer Hof in München. Seine gute Laune ist kaum verwunderlich, schließlich läuft es bei ihm nicht nur privat bestens – er wurde dieses Jahr Vater eines kleinen Sohnes. Auch beruflich hat der frühere MTV-Moderator und Rockmusiker derzeit viele Pfannen auf dem Herd.

In "Anna Karenina" spielt von Thun eine Hauptrolle

In einer davon brutzelt die am 4. Januar in der ARD ausgestrahlte TV-Verfilmung von Leo Tolstois "Anna Karenina“. Darin übernimmt von Thun die Rolle des Konstantin Lewin. Ein Charakter, den er nicht zuletzt deshalb "spannend“ findet, weil er ihm selbst in vielen Dingen fremd ist. „Lewin ist zum Beispiel ein gläubiger Mensch, während ich persönlich vor kurzem aus der Kirche ausgetreten bin, weil ich mit der Institution an sich meine Schwierigkeiten habe“, so der 35-Jährige.

Von Thun ist ein Fan von Historien-Filmen

Trotzdem zögerte der smarte Schauspieler keine Sekunde, an diesem Projekt mitzuwirken. Nicht nur, weil er Tolstoi und sein Werk sehr schätzt, sondern weil er generell eine Vorliebe für Verfilmungen dieser Art hat. "Ich bin großer Fan von historischen Filmen, nicht nur wegen der Verkleidungen, weil man auf Kutschen fahren kann und so weiter. Sondern auch, weil man den Zuschauern damit etwas vermitteln kann“, so von Thun im Gespräch.

Die Dreharbeiten zu "Anna Karenina“ fanden größtenteils im Baltikum vor nachgebauten Kulissen statt. Trotz der Eiseskälte machten die Dreharbeiten großen Spaß. Nicht zuletzt, weil von Thun in einer Szene seine Leidenschaft für das Schlittschuhlaufen ("Ich habe acht Jahre Eishockey gespielt“) vor der Kamera ausleben konnte. "Jedesmal, wenn meine Partnerin Lou de Laage, die Kitty spielt, für ihre Schlittschuh-Szenen ein Extra-Training absolvierte, bin ich mitgegangen. Dann habe ich ein paar Runden auf dem Eis gedreht, das war herrlich“, lacht der gebürtige Münchener.

Hier der Trailer zu "Anna Karenina":

Von Thuns Faible für geschichtliche Stoffe hat natürlich auch seine Grenzen. Die berühmte Zeitmaschine würde er nicht unbedingt besteigen wollen – trotz der Privilegien, die ihm seine Abstammung vor hundert Jahren noch gebracht hätte. "Auf das Skypen mit meiner Familie oder Fußball gucken im Fernseher würde ich nicht verzichten wollen, und das Reisen war damals auch viel schwieriger.“

Max von Thun arbeitet noch an zwei weiteren Filmprojekten

Aber es läuft ja auch im Hier und Jetzt bestens für den Schauspieler. Neben dem Monumental-Projekt "Anna Karenina“ hat von Thun noch zwei weitere Eisen im Feuer – beide Filme sind im Ansatz wieder historisch und behandeln die Entstehung von Artikel drei im Grundgesetz von 1948 beziehungsweise die erste weibliche Kriminalkommissarin, die 1975 ihren Dienst aufnahm. Langfristig hat von Thun jedoch ein viel ehrgeizigeres Ziel: Er würde gerne eine Episode aus der Geschichte seiner Familie auf die Leinwand bringen – unter Beteiligung seines Vaters Max von Thun, seiner Mutter und seiner Schwester.

"Es gibt da eine tolle Geschichte aus dem Leben meines Großvaters, der in den frühen 1940ern Jahren ein ganzes Dorf in Tschechien gerettet hat“, erzählt er nicht ohne Stolz. "Er hat damals seinen Weinkeller geleert und die hochrangigen Nazi-Funktionäre zum Trinken eingeladen. An diesem Abend hat er ihnen ausgeredet, dieses Dorf, wo sich ein paar Rebellen und Partisanen versteckt hielten, auszuradieren.“

Doch bis es zur Realisierung dieses Stoffes kommt, können noch viele Jahre vergehen. Wir freuen uns lieber auf die Möglichkeit, Max von Thun kurzfristig bewundern zu können und sprechen eine Empfehlung für "Anna Karenina“ aus. Am 4. Januar zeigt die ARD ab 20:15 Uhr die monumentale Verfilmung in zwei Teilen.


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