Von Kati Pierson 0
Jazz, jazziger, Mary Roos

Mary Roos: Mit "Denk was Du willst" raus aus der Schlagerecke

Jetzt wo der Schlager in ist, durch Beatrice Egli, Helene Fischer und Andrea Berg - wechselt Mary Roos zum Jazz? Spinnt die denn? - Nein tut sie nicht. Ihr aktuelles Album "Denk was Du willst" besticht durch eine nie dagewesene Ehrlichkeit.


Mary Roos steht unter Schlagerkennern für Qualität. Sie steht seit 1958 auf der Bühne, da war sie gerade mal 9 Jahre alt. Seitdem bestimmte der Schlager ihr Leben. Wer die Sängerin nicht kennt, könnte sie zur leichten Muse zählen. Doch auch in diesem Fach gibt es Könner! Dazu gehört Mary Roos, was ihr Album "Denk was Du willst" beweist.

Mary Roos: Sie wollte Lieder dieser Art schon lange singen.

Am 12.April erschien "Denk was Du willst" und somit das erste Jazz-Album der Sängerin. Diese Art der Musik wollte Mary Roos schon immer machen. Lieder, die widerspiegeln, was sie selbst so schätzt: Chansons, Brasilianisches, jazzig Swingendes.

Jetzt bekam sie die Chance ihres Lebens und die ergriff sie. "Die meisten meiner Alben waren ja auch, sagen wir mal, ‚Qualitätsproduktionen‘. Gute und bekannte Autoren, Produzenten und Arrangeure waren dabei, aber wenn ich ins Studio kam, war alles schon fertig. Ich musste nur noch ‚draufsingen‘. [...] Ich darf das einfach mal sagen: Die Möglichkeiten zur Mitgestaltung habe ich selbstverständlich genutzt - so eine Chance gibt es in meinem Metier nicht so oft." sagt die Hamburgerin selbst über das Album.

Mary Roos bezeichnet "Denk was Du willst" als "mein Album"

Der Erfolg des Albums gibt der Sängerin Recht. Ihre dreitägige Tour - ihre erste Solotour - begeisterte die Menschen. Einige Texte stammen dabei aus der Feder von Jovanka von Wilsdorf. Einer davon ist auch "Sonntage". Doch wer dahinter einen Sommer-Sonntags-Freizeit-Laune-Titel vermutet, der wird enttäuscht. Mary Roos kann Sonntage nicht leiden. "Da kann man nicht mal Frustshoppen!" sagt die Sängerin süffisant.

Bemerkenswert sind auch die zwei Coverversionen von Jaques Brel's "Ne me quitte pas" und Caetano Veloso's "O Leãozinho". Die Interpretationen von Mary Roos sind dabei so eigen, dass sie die Originale schnell vergessen machen und am Ende hat man das Gefühl, es hätte sie nie gegeben. Ein kleines ironisches Highlight ist der Titel "Wie lang woll'n Sie das noch machen". Wie die Sängerin verriet, musste sie beim ersten Lesen des Textes selbst schlucken. "Mir liefen Tränen über die Wange und ich dachte: Das ist es!" - Dem schließen wir uns an. Das ist es. So was möchten wir in Zukunft von Mary Roos hören!


Teilen:
Geh auf die Seite von: