Von Nils Reschke 0
Noch ein Skandal

Mariusz Wach wollte Wladimir Klitschko mit manipuliertem Boxhandschuh schaden

Erst eine positive A-Probe beim Dopingtest und jetzt auch noch ein Manipulationsversuch, der Boxchampion Wladimir Klitschko hätte schwerste Verletzungen zuführen können. Mariusz Wach wollte auch seinen Boxhandschuh manipulieren wie jetzt herauskam.


Eigentlich galt Mariusz Wach bis zu seinem WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko ja als ein unbequemer, aber gnadenlos guter Boxer. Im Superschwergewicht wurde er 2003 und 2004 Polnischer Meister. Als Box-Profi hatte Wach bis zu seinem Kampf gegen Klitschko in Hamburg, der einstimmig an den Ukrainer ging, keinen Fight verloren. Doch hinter der Fassade, die mehr und mehr bröckelt, kommt ein ganz anderes Gesicht von Mariusz Wach zum Vorschein. Offenbar ist der Pole auch Weltmeister im Manipulieren und Betrügen. Das kam jetzt ans Licht, obwohl es eigentlich hätte nicht mehr thematisiert werden sollen.

Bernt Bönte, seines Zeichens Manager der beiden Klitschko-Brüder, machte das Fass bei einer Diskussionsrunde über Sport in Hamburg auf. Mariusz Wach wollte gegen Wladimir Klitschko mit einem manipulierten Boxhandschuh antreten. Manipuliert heißt in diesem Fall: Aus seinem Handschuh hatte Wach die Polsterung entfernen lassen. „Bei der technischen Kontrolle kurz vor Kampfbeginn bemerkte Wladimirs Bruder Vitali in der Kabine von Wach, dass aus dem Handschuh der rechten Schlaghand die Polsterung entfernt worden war“, berichtete Bönte. Klitschko habe sofort dagegen protestiert und dafür gesorgt, dass Wach mit korrekten Handschuhen antrat. „Ohne Polsterung wären die Handknochen fast ungeschützt auf Wladimirs Gesichtsknochen getroffen. Es ist ein Wahnsinn, dass jemand so bewusst versucht, seinen Gegner schwer zu verletzen“, meinte der Manager.

Eigentlich hätte der Vorfall gar nicht öffentlich gemacht werden sollen, aber Mariusz Wach fiel ja noch anderweitig negativ auf, weil seine A-Dopingprobe eben positiv war. Tatsächlich wunderte sich so mancher Zuschauer am Fernsehgerät oder auch in der Hamburger O2-Arena, wie scheinbar locker Wach die wuchtigen Schläge von Klitschko weggesteckt hatte. Kurz darauf waren bei Mariusz Wach in der A-Probe Spuren von anabolen Steroiden gefunden worden. Mit solchen Aktionen wird eigentlich nur eines erreicht: Dass der Boxsport, der immer wieder um seinen Ruf zu kämpfen hat, nie das Image einer eigentlich sauberen Sportart gewinnen wird.


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