Von Mark Read 0

Manuel Neuer: Das verlangen die Bayern-Ultras von ihm


Seit dem 01. Juli steht Nationaltorwart Manuel Neuer beim FC Bayern München unter Vertrag. Und das, obwohl Teile der FCB-Anhänger lautstark gegen eine Verpflichtung des Super-Keepers vom FC Schalke 04 protestiert hatten. Die Vereinsführung der Bayern holte Neuer trotzdem und setzte ihn zur Beruhigung der Situation mit Fanvertretern an einen Tisch. Das Resultat des Gesprächs sind dreiste Forderungen von Seiten der Anhängerschaft an den neuen Torwart.

Wie die "Sport-Bild" in Erfahrung gebracht haben will, haben Vertreter der Bayern-Ultras dem neuen Stammtorwart beim klärenden Gespräch einige Verhaltensregeln aufgedrückt, an die er sich zu halten hat, damit die Proteste verstummen. Unter anderem darf Neuer nicht nach dem Spiel per Megafon Bayern-Fangesänge anstimmen, keine Freudentänze vor der Fankurve aufführen, sein Trikot nach dem Spiel in die Kurve werfen oder das darauf befindliche Bayern-Wappen küssen. Ja, er darf sich nicht einmal der Südkurve nähern! Diese unglaubliche Dreistigkeit und Selbstüberschätzung von Seiten der Fangruppen mutet lustig an - ist aber vor allem ärgerlich.

Der Hintergrund der Fan-Proteste ist, dass Neuer, gebürtiger Gelsenkirchener, jahrelang Mitglied der Schalker Ultra-Gruppierung "Buerschenschaft" war. Dies fassen die Bayern-Ultras, die glauben, ihnen gehört der Verein, als Beleidigung auf. Warum sie aber davon ausgehen, sie könnten dem Verein vorschreiben, wen er zu verpflichten hat und dem Spieler, was er zu tun hat, bleibt ihr Geheimnis. Die "Schickeria" und "Inferno Bavaria '01" und wie die ganzen Bayern-Ultra-Gruppierungen heißen, halten sich selbst für die wahren Fußballfans, für die, die im Stadion für Stimmung sorgen und durch ihre Eintrittszahlungen den Verein mitfinanzieren. Von der Vereinsführung der Bayern fühlen sie sich im Stich gelassen - die Kommerzialisierung geht ihnen gegen den Strich. Für die weitaus zahlreicheren Bayern-Fans, die sich darüber freuen, dass ein hochklassiger Spieler wie Manuel Neuer in ihrem Verein spielt, wäre es schön, wenn die Ultras die logische Konsequenz aus ihrem Hass auf Neuer ziehen würden: Einfach nicht mehr ins Stadion kommen, solange er für die Bayern spielt.


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