Von Nils Reschke 0
In der Champions League

Luiz Adrianos Skandal-Tor: „Eine Schande für den Fußball!“

Die Bayern haben in Valencia das Ticket für das Achtelfinale gelöst. Der FC Barcelona hat mit Doppeltorschütze Lionel Messi – natürlich – gewonnen. Doch das waren nicht die Spiele, über die Fußballfans in aller Welt am Dienstagabend diskutierten.


Der Aufreger des fünften Spieltags in der Champions League spielte sich nämlich beim FC Nordsjaelland ab, wo ein Betrüger im Dress von Schachtjor Donezk die selbst so unterkühlten Dänen mächtig in Wallung brachte. Was sich Stürmer Luiz Adriano da im Parken in Kopenhagen beim 5:2-Sieg der Ukraine geleistet hatte, passte auf keine Kuhhaut. Der Brasilianer trat das Fair Play mit Füßen.

Die Dänen führten 1:0, als es einen Schiedsrichterball gab. Schachtjor-Akteur Willian schoss die Kugel aus dem eigenen Strafraum weit in die Hälfte des FC Nordsjaelland, so wie es sich im Sinne des Fair Play eigentlich auch gehört. Doch dann setzte Luiz Adriano zum Spurt an und nutzte diese wehrlose Situation schamlos zum Ausgleich, spielte anschließend den Ahnungslosen. Nun mag man meinen, das kann passieren. Anstoß für den FC Nordsjaelland, die ersten Ukrainer machen tatsächlich Platz, damit die Dänen ohne Bedrängnis also wieder das 2:1 erzielen können – bis dann doch ein Verteidiger dazwischen ging. Und Adriano? Der fuchtelte empört mit den Armen, als er feststellte, da wollen doch einige seiner Teamkameraden den Dänen ein Tor kampflos überlassen. Im Studio des Pay-TV-Senders Sky hielt es Experte Lothar Matthäus nicht mehr auf dem Sitz: „Eine Unsportlichkeit, die seinesgleichen sucht.“

Im ersten Moment schien es, als habe der Fußball-Gott ein Einsehen, denn die Hausherren gingen kurz darauf wieder 2:1 in Führung. Am Ende allerdings mussten sie sich doch 2:5 geschlagen geben. Zwei weitere Male schlug dabei der Betrüger aus Brasilien, Luiz Adriano zu, der sogar noch die Dreistigkeit besaß, nach seinem 5:2 jubelnd mit ausgestreckter Zunge abzudrehen. Das alles wiederum hatte zur Folge, dass das Soziale Netzwerk Twitter mal wieder heiß lief. Adriano sei eine „Schande für den Fußball“ und „ein peinlicher Betrüger“. Fußballfans in aller Welt meldeten sich zu Wort. Doch die eigentliche Frage ist: Wie reagiert die UEFA, die ja immer wieder nachhaltig den Gedanken des Fair Play vorpredigt. Wenn der Verband konsequent sein will, dann muss dieses Verhalten in seiner Summe einfach eine Sperre nach sich ziehen.


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