Von Nils Reschke 1
Nach Skandal-Treffer

Luiz Adriano: Jetzt schaltet sich die UEFA gegen den Torbetrüger ein

Diese Szene sorgte am Dienstagabend in der Champions League für helle Aufregung. Nach einem Schiedsrichterball, den Willian von Schachtar Donezk in Richtung des gegnerischen Keepers von Gastgeber Nordsjaelland geschossen hatte, sprintete Luiz Adriano dazwischen und schob lässig zum zwischenzeitlichen 1:1 ein.


Als sei das nicht unfair und unsportlich genug gewesen, gestikulierte der „Torschütze“ anschließend wild mit den Armen, als ein Teil der Mannschaft von Donezk Nordsjaellands Spieler frei zum Torschuss kommen lassen wollten, um diese bis dahin als Missverständnis interpretierte Aktion schnell vergessen zu machen. Doch weit gefehlt! Irgendwann wurde es einem der ukrainischen Abwehrrecken zu bunt. Er ging dazwischen, das Spiel nahm seinen normalen Lauf. Das Fair Play war mit Füßen getreten worden.

Donezks Trainer Mircea Lucescu hatte offensichtlich von der Seitenlinie durchaus die Parole ausgegeben, Nordsjaelland dieses 2:1 zu schenken. „Wir wollten sie das Tor schießen lassen, da gab es aber große Verwirrung.“ Das stimmt, denn sein eigener Stürmer Luiz Adriano hatte maßgeblich mit rudernden Armen dazu beigetragen.

Lucescu nahm seinen Angreifer dennoch in Schutz: „Es ist schade, dass das passiert ist. Es tut mir leid“, entschuldigte sich der Falsche. Luiz Adriano hatte ihm nach dem Schlusspfiff gesagt, es sei Instinkt gewesen. Er hätte den Ball gesehen, gedribbelt und ein Tor geschossen. Doch schon am Mittwochmorgen entlarvte sich Mister Unfair Play selbst: „Ich bin über alle drei Tore glücklich. Auch über das erste“, schoss der Brasilianer in der dänischen Zeitung Ekstra Bladet ein weiteres Mal über das Ziel hinaus.

Während sich Luiz Adriano noch am späten Dienstagabend mit einem regelrechten „Shitstorm“ auf seiner Facebook-Seite konfrontiert sah, reagierte mittlerweile – zum Glück – auch die UEFA. Luiz Adrianos Tor und sein anschließendes Verhalten und seine Äußerungen beschäftigen am kommenden Dienstag die Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA. Die propagiert schließlich mit ihrer Aktion „Respect“ in großen Buchstaben wirklich überall den Gedanken des Fair Play. Wenn Luiz Adriano nicht aus dem Verkehr gezogen wird, macht sich der Verband lächerlich.


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