Von Mark Read 0

Lothar Matthäus wird philosophisch: "Meine Eltern schämen sich für mich"


Viele halten Lothar Matthäus für einen eher simpel gestrickten Typen. Auch er selbst gab vor kurzem zu, trotz seines Promi-Status und seines Rufs als Fußball-Legende im Grunde ein recht einfacher Mensch zu sein. Doch angesichts des Scheiterns seiner vierten Ehe, der genüsslichen Zerfleischung in den Boulevardmedien und seines komplett ruinierten Rufs in der Fußball-Branche wird selbst Matthäus richtiggehend philosophisch. Er hat offenbar in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht, was in seinem Leben abseits des Fußballfelds alles schief gelaufen ist. Darüber erzählte er nun im Interview mit dem "Stern".

In den Tagen nach der Veröffentlichung der Knutsch-Fotos seiner Noch-Ehefrau Liliana mit einem italienischen Geschäftsmann habe er „manchmal in den Spiegel geschaut und gedacht: Was ist das für eine Welt? Was für eine schmutzige Welt! Da spricht man von Liebe, Treue, Sehnsucht, macht Pläne – und dann ist das alles plötzlich bloß noch ein Traum, der platzt“. Nun ist auch seine vierte Ehe gescheitert, was für den Rekordnationalspieler schlimm ist, aber auch für die Menschen in seinem Umfeld.

„Wenn meine Eltern einkaufen gehen, dann sind in ihrem Städtchen diese Blicke, das Getuschel. Es tut mir so leid für sie, sie schämen sich für ihr Kind.“ Er selbst wollte sich diese Blicke aber nicht mehr antun und hat Deutschland verlassen - ein Land, dem er sich selbst entfremdet fühlt. Momentan lebt er in Budapest, eine Stadt, die er als seinen "Ruhepol" bezeichnet. In die Bundesrepublik will Matthäus erst wieder zurück kehren, wenn er das Gefühl hat, ihm widerfahre Gerechtigkeit, und wenn privates vom beruflichen getrennt wird.

Matthäus wäre aber kein Sportler, wenn er das Leben nicht als einziges großes Fußballspiel sehen würde: „Es gibt nicht nur Siege. In einer richtigen Biografie gibt es auch Niederlagen.“ Und gerade habe er eine Niederlage kassiert. „Ich habe ein Spiel verloren. Das war ein Foul hinter dem Rücken des Schiedsrichters. Rote Karte.“ Da bleibt Lothar nur zu wünschen, dass er nicht all zu lange gesperrt wird.


Teilen:
Geh auf die Seite von: