Von Mark Read 0
Tod mit 93 Jahren

Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki ist tot!

Kein Literaturkritiker im TV war so bekannt wie er: Marcel Reich-Ranicki erreichte mit dem "Literarischen Quartett" auch Zuschauer, die sich ansonsten nicht für Literatur interessieren. Nun ist der Mann mit der bewegten Lebensgeschichte im Alter von 93 Jahren verstorben.

Marcel Reich-Ranicki ist mit 93 Jahren verstorben

Marcel Reich-Ranicki ist mit 93 Jahren verstorben

(© Getty Images)

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Über Jahrzehnte hinweg waren seine Literaturkritiken gefürchtet und seine Auftritte im TV ein Event: Marcel Reich-Ranicki war mit Sicherheit eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Medienlandschaft. Nun ist der gebürtige Pole im Alter von 93 Jahren verstorben.

Er verlor beide Eltern und einen Bruder im Holocaust

In seiner Jugend erlebte das Kind jüdischer Eltern den Holocaust mit. Vater und Mutter sowie sein Bruder Herbert starben im zweiten Weltkrieg durch die Hand der Nazis. Seine Mutter war deutsche und schickte ihn vor Beginn des zweiten Weltkrieges nach Berlin. Nach dem Ende des "dritten Reiches" war er zunächst in London und kam in den 1950er Jahren nach Frankfurt.

Dort wurde er als Literaturkritiker der "FAZ" berühmt. Reich-Ranciki war einer der Mitbegründer des Ingeborg-Bachmann-Preises, der seit 1977 vergeben wird. Ab 1988 leitete er die TV-Sendung "Das literarische Quartett", wodurch er zum Fernsehstar wurde.

Sein Leben wurde mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt

Am 14. Dezember 2001 lief das "Quartett" zum letzten Mal. Einer Umfrage zu Folge konnten 98 Prozent aller Deutschen etwas mit dem Namen Marcel Reich-Ranicki anfangen. Nach seinem Rückzug in den Ruhestand schrieb der gefeierte Kritiker an seinen Memoiren, die 2009 verfilmt wurden. Die Rolle Reich-Ranickis spielte hierbei Matthias Schweighöfer.

Im März diesen Jahres wurde bekannt, dass Reich-Ranicki an Krebs erkrankt. Nun ist er im Alter von 93 Jahren gestorben.


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