Von Franz Kaiser 2
Der Fünf-Tore-Mann

Lionel Messi: Die unglaubliche Leichtigkeit des Toreschießens

Messi, Messi, immer wieder Messi. Der argentinische Ausnahmekünstler fügte seiner ohnehin schon glanzvollen Karriere gestern noch ein weiteres Ausrufezeichen hinzu: Fünf Tore gegen Leverkusen! Unser Sportexperte Franz Kaiser mit einer ganz besonderen Lobeshymne auf einen besonderen Spieler.


Lionel Messi stellte am gestrigen Abend wieder einmal die Sportjournalisten vor ein ernsthaftes Problem. Was soll man zu diesem Mann bloß noch schreiben? Wie soll man ein Phänomen in Worte fassen, das sich wieder einmal selbst übertroffen hat? Die spanische Sportzeitung "AS", die eigentlich eher Real Madrid nahesteht als dem FC Barcelona, brachte es folgendermaßen auf den Punkt: "Eines Tages wird er aufhören zu spielen, und wir werden anfangen, uns an ihn zu erinnern. Eines Tages werden wir unseren Nachfahren erzählen, dass wir ihn haben spielen sehen. Wir werden versuchen, ihn zu beschreiben und dafür werden wir eine Sintflut von Adjektiven benötigen. Aber ganz sicher wird es ein Lächeln auf unser Gesicht zaubern."

Ja, es war ein zauberhafter Abend gestern im Camp Nou in Barcelona. Vorausgesetzt, man war kein Anhänger von Bayer Leverkusen. Doch sogar die Fans der bemitleidenswerten Werkself werden zugeben müssen, dass das, was der FC Barcelona und allen voran der fünffache Torschütze Messi dort veranstaltenen, einfach nicht von dieser Welt war. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit tanzte der kleine Argentinier, genannt "Der Floh", ein ums andere Mal die Abwehr der Rheinländer aus. Wie er den Ball zum 1:0 und zum 3:0 frech ins Tor lupfte, war sensationell. Und sogar sein relativ einfacher Abstauber zum 5:0 war allererste Sahne.

Ich saß, wie so viele andere, gestern vor dem Fernseher und war gefangen in einer Gefühlswelt zwischen Staunen und Verzückung. Dass Messi der beste der Welt ist, war mir natürlich schon vor der gestrigen Demonstration bewusst. Ich halte ihn auch für besser als Cristiano Ronaldo, einfach weil er der komplettere, mannschaftsdienlichere Fußballer ist. Aber wie dieser unscheinbare Typ, dieser schüchtern wirkende Mensch, gestern seine Vormachtstellung untermauert hat, war einmalig. Nichts und niemand hätte ihn stoppen können, selbst gegen die beste Abwehr der Welt hätte er gestern seine Tore gemacht.

Die Leverkusener können sich sicherlich vorwerfen, dass sie das ein oder andere der sieben Gegentore hätten verhindern können. Aber sie sind Profis genug, um zu wissen, dass sie gestern auch mit einer hundertprozentig konzentrierten Leistung keine Chance auf einen Sieg gehabt hätten. Dafür war Barcelona zu stark, dafür ist dieser Teufelskerl Messi einfach zu gut. Ich ziehe meinen Hut vor dem besten Fußballer der Welt und dem Spieler, der unsere Generation prägt wie kein anderer.


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