Von Kati Pierson 0
„Lindt-Bennett-Sound“

Lindt Bennett: „Die wollten uns in ein Dirndl stecken“

Das Duo Lindt Bennett hebt sich mit dem Sound ganz gewaltig auf dem deutschen Markt ab. Mit nichts und niemandem lässt sich „Seelenschwestern“ vergleichen. Aber war es leicht diese CD zu produzieren?


Der Sound auf dem Album „Seelenschwestern“ vom Duo Lindt Bennett ist einmalig. Für die beiden Sängerinnen ist dies ein Kompliment, das sie oft hören.

Lindt Bennett: Wie kam es überhaupt zur ersten CD?

Kim Bennett: „Wir erfinden ja das Rad nicht neu. Wir bedienen uns ganz vieler Musikrichtungen, ganz vieler Künstler und hören uns viel an. Daraus basteln wir dann den Lindt-Bennett-Sound und versuchen ein bisschen Back-to-the-Roots zu gehen. In eine Zeit, wo man auch den Künstler am Sound erkannt hat.“

Anne Lindt: „Aber das hat auch ganz, ganz lange gedauert, bis wir so ein Team gefunden haben. Vorher sind wir auf die kuriosesten Leute gestoßen, mit den kuriosesten Ideen. Wir hatten eine Zeit, wo wir sehr, sehr wenig Geld hatten und Kim leichenblass von der Bank kam. Wir wohnten zu der Zeit zusammen. Ich sagte: Halb pleite ist verschenktes Geld, wir fliegen nach Miami! Wir hätten hier Knäckebrot essen können oder im Flieger etwas Warmes. Dann sind wir da rüber und haben an verschiedene Türen geklopft. Alle fanden uns irgendwie nett und trotzdem aber nicht zu gebrauchen. Die wollten uns in ein Dirndl reinstecken, Cowboy-Hut auf und Boots. So like German-Country-Fräuleins. Das war es irgendwie nichts, also sind wir wieder nach Hause geflogen und haben erst mal eine Runde geheult.“

Lindt Bennett: Das Demo haben wir an Brent Mason gesendet…

Anne Lindt: „Aber da sind wir irgendwie immer gemeinsam durch und wir haben nie aufgehört, dran zu glauben. Irgendwann begegnet uns Henning Gehrke. Das war so der erste, der so wenigstens halbwegs verstanden hat, um was es uns geht. Wir haben ihm ganz viel Musik zu hören gegeben, weil er so gar nicht damit vertraut war. Er kam eben aus dieser Udo Lindenberg Ecke. Wir haben ganz viel rumprobiert und ausprobiert. Bis dann dieses Album so entstand und dann kam noch mal so eine bescheuerte Idee: Komm wir schicken das an Brent Mason. Brent Mason ist wirklich im Country-Bereich der Gitarrist schlechthin. Der hat für Faith Hill, Willi Nelson, Shania Twain alles eingespielt.“ Ironisch fügt sie hinzu: „Der hat bestimmt auf Lindt Bennett gewartet und sagt: „Hey, das ist meine Chance zum Durchbruch!“

Anne Lindt: „Als die Antwort kam, sind wir in Ohnmacht gefallen. Wir wollten wenigstens ein Nein haben, aber so gar keine Antwort ist ja auch doof. Wenn man es nicht probiert, kann man auch nicht irgendwas haben wollen. Das war immer unsere Devise. Wenn wir vorne nicht rein kamen, haben wir es durch die Hintertür probiert oder durch das Kellerfenster.“


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