Von Jasmin Pospiech 0
Uraufführung auf Utrechter Filmfestival

Letzter Film mit verstorbenem River Phoenix feiert Premiere!

19 Jahre nach seinem tragischen Drogentod will der Regisseur seines letzten, unvollendeten Films River Phoenix' Gedenken nochmal aufleben lassen. Seine Familie ist dagegen. Ist das so eine gute Idee?


Gutaussehend, unglaublich talentiert und ein durchdringender, aber auch leicht melancholischer Blick- River Phoenix (†23) war der gefragteste Nachwuchsschauspieler Hollywoods Anfang der 90-er Jahre. Zu Recht. Die Produzenten und Regisseure prügelten sich regelrecht um ihn, jeder wollte ihn in seinem Film. Denn der Junge hatte Klasse, es umgab ihn eine magische, geheimnisvolle Aura, die man nicht fassen kann. Auch er wurde schon als Teenie berühmt und zu einem Idol stilisiert, doch hatte seine Performanz immer etwas Tiefgründiges, etwas Echtes, nichts vom Kuschel-Image eines Robert Pattinson. Die Jungen wollten mit ihm befreundet und die Mädchen mit ihm zusammen sein, weil er einfach cool war, anders. Den Hype um sich konnte er nie wirklich verstehen, er war ihm gar unheimlich. Er wollte nicht berühmt sein, er wollte einfach nur schauspielern, er blieb bescheiden. Etwas, das nicht vielen Hollywoodstars zu eigen ist. Zudem setzte sich der bekennende Veganer sehr für Charity-Projekte, vor allem für Tierrechtsorganisationen wie PETA, ein und gab unzählige Auftritte. Er suchte sich seine Rollen nicht danach aus, ob sie Blockbuster werden würden, sondern ob sie eine Herausforderung darstellten. So wie seine Rolle als homosexueller Stricher in "My Private Idaho" von 1991 oder als talentierter Pianist, der auf der Flucht ist in "Die Flucht ins Ungewisse" (1987), die ihm sogar eine Oscarnominierung mit zarten 18 Jahren einbrachte. Seine Rollen hatten immer etwas Rebellisches, aber auch etwas Psychotisches, Kaputtes. Dies spiegelte wohl auch seinen privaten Charakter wider. Dem Druck in Hollywood konnte er nicht standhalten und flüchtete sich immer mehr in die Drogen-und Partyszene der Stadt. Bis er eines Abends vor dem berühmt-berüchtigten "Viper-Room" an einer Überdosis in den Armen seines Bruders und Schauspielers Joaquin Phoenix (37) verstarb.

Fast 20 Jahre später will nun der niederländische Regisseur George Sluizer (80), mit dem er zusammen 1993 den Film "Dark Blood" gedreht hatte, der aber nie vollendet wurde, das Drehmaterial neu schneiden und den fertigen Film auf dem Utrechter Filmfestival uraufführen lassen. Auch in diesem Film spielt er einen Außenseiter, der zurückgezogen lebt, auf ein Brautpaar trifft und es gefangen hält, da er sich in die Frau verliebt.

Phoenix' Familie hält nicht viel von Sluizers Plänen und hat jegliche Zusammenarbeit verwehrt. Sie will sein Andenken ruhen lassen. Was einerseits verständlich ist, doch viele Fans würden gern noch einmal ihren Liebling auf der Leinwand bewundern und in wehmütigen Erinnerungen schwelgen.


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