Von Daniel Schulz 0
Filmkolumne

Lars von Trier: Europas umstrittener Filmregisseur


Meist sind es die Schauspieler, die Aushängeschilder eines Films darstellen. Sie sind diejenigen, die der Zuschauer vor allem mit einem Streifen verbindet und im Gedächtnis behält. Nur wenige Regisseure schaffen es, sich einen Status und somit einen Namen zu machen, damit man mit diesen für einen Film werben kann. Ganz klar sind hierbei die Regisseure Steven Spielberg und Co. zu nennen, die als Pioniere dieser Berufsgruppe gelten. Aber der dänische Regisseur Lars von Trier ist auch hierbei nicht einzuordnen. Er ist einzigartig, markant und gilt als einer der einflussreichsten Regisseure Europas.

Seine Werke sind stets einmalig und schrecken auch nicht vor Skandalthemen zurück. So kann man seinen Spielfilm "Antichrist" als Beispiel nehmen, der als kontrovers bezeichnet wird und stark in den Medien diskutiert wurde. Besonders aufgrund der Darstellung der Sex- und Gewaltszenen wurde er als Skandalfilm bewertet. Lars von Trier behandelt solche Thematiken bewusst. Er gab in einem Interview bekannt, dass er an Depressionen gelitten habe, die er in seinen Filmen verarbeitet. Somit kann man sich die oft ungewöhnlich erscheinende Themenwahl erklären. Allerdings fällt Lars von Trier auch durch seine Äußerungen auf, die er von sich gibt. So gab er in einer Pressekonferenz zu den Filmfestspielen in Cannes 2011 bekannt, dass er unter anderem eine gewisse Sympathie für Hitler und ebenso Verständnis für dessen Entscheidungen hat. Dies löste verständlicherweise einen Eklat aus. Trier entschuldigte sich jedoch kurze Zeit später und begründete seine Äußerungen als falsch und dumm. Gewiss führte dies zu einem Medienecho, das aber auch positiv für seinen Film "Melancholia" war, den er während der Filmfestspiele vorstellte und nun in den Kinos zu sehen ist.

Der Weltuntergang "Melancholia"

Lars von Trier stellt in dem Film die größten Ängste der Menschen dar. Ein großer Stern bewegt sich auf die Erde zu und scheint mit diesem zu kollidieren, was fatale Folgen für die Menschheit hat. Währenddessen wird die Geschichte zweier Handlungsstränge erzählt, die sich mit dem drohenden Schicksal arrangieren müssen. Diese stellt Lars von Trier wie von ihm gewohnt mit tollen Bildern und grandiosen Schauspielern dar. Die Verarbeitung eigener Erfahrungen und Träume seiner selbst merkt man wie nahezu jedem Streifen von ihm auch an.

Von Triers Filme sind keineswegs Blockbuster und werden es niemals sein. Das müssen sie aber auch nicht, denn Filmfans wissen seit langem die Streifen von Lars von Trier zu schätzen. Besonders mit "Melancholia" beweist von Trier einmal mehr sein Können und stellt eine persönliche fantastische und zugleich surreale Welt dar, die zahlreiche Zuschauer mit in den Bann ziehen wird.


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