Von Nils Reschke 0
Video Games im Velodrom

Lana Del Reys Konzert in Berlin hinterlässt gemischte Gefühle

Die zweifache Preisträgerin des Echo hatte noch einen Koffer in Berlin. Am Montagabend trat Lana Del Rey im Velodrom auf.


In der deutschen Hauptstadt kennt sich Lana Del Rey noch bestens aus. Erst Ende März hat die US-Amerikanerin gleich zwei Mal einen Echo abgeräumt: als beste Newcomerin wie als beste internationale Künstlerin in der Kategorie Rock/Pop. Am Montagabend stand Lana Del Rey nun wieder auf der Bühne. Und rund 8000 Zuschauer waren ins Velodrom gekommen, um ihre traurigen Lieder zu hören und ihre Videos im Vintage-Look zu bestaunen.

Nach einem relativ kurzen Konzert mit 15 eigenen Songs und zwei Cover-Versionen gehen die Meinungen dann im Publikum weit auseinander. Die einen nennen das, was Lana Del Rey auf der Bühne gezaubert hat, lustlos. Man mag ihnen am Beispiel von „Video Games“ da durchaus recht geben. Denn mit dem Song wurde sie bekannt, ja berühmt. „Video Games“ bedeutete für die 26-Jährige – Nomen est Omen – auf YouTube den Durchbruch. Dort wurde der Clip in nur vier Wochen über eine Millionen Mal geklickt. In den deutschen Charts stürmte der Song der Spitze.

Nirvana-Cover misslingt Lana Del Rey

Ihr Album „Born To Die“ wurde dann der absolute Renner: Platz eins in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz und auch in Großbritannien. Der gleichnamige Titelsong ist dann auch der erste Höhepunkt des Konzerts, das schwer in Fahrt kommt. Fans, die bis dahin schon begeistert sind, kontern: Was ich denn erwarten würde. Schließlich sind Lana Del Reys Songs nun einmal sehr leise, sehr langsam, sehr einfühlsam. Doch der Sängerin gelingt es gerade nicht, letzteres perfekt zu transportieren: Einfühlsamkeit.

Der Funke aufs Publikum springt im Velodrom nur selten über. Zwei Coverversionen hat Lana del Rey auch mit im Gepäck. „Knockin´ on Heaven´s Door“ von Bob Dylan präsentiert die US-Amerikanerin. Und Nirvanas „Heart-Shaped Box“. Doch an Kurt Cobains zerbrechlichen, fast schon zerstörerischen Stimme sind schon ganz andere gescheitert. Lana Del Rey tut dies auch.

Ein Fan erinnert sich an einen Auftritt von Lana Del Rey im Jahr 2011, damals noch im Roten Salon in Berlin. Er sei froh, sie damals gesehen zu haben. „Vor maximal 300 Gästen“, sagt der Mann. „Das war ein fantastisches Konzert.“ Vielleicht liegt es ja daran: Eine intimere Atmosphäre liegt der 26-Jährigen und ihren Songs einfach besser als die größeren Hallen vor Tausenden Menschen. So bleibt es ein Konzert mit gemischten Gefühlen.

Diese Songs spielte Lana Del Rey im Velodrom in Berlin:

Cola – Body Electric – Gods and Monsters – Blue Jeans – Born To Die – Heart-Shaped Box – Carmen – Million Dollar Man – Without You – American – Blue Velvet – Knockin´ on Heaven´s Door – Ride – Summertime Sadness – Burning Desire – Video Games – National Anthem.


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