Nils 0
EM-Test

Länderspiel gegen Frankreich: Jogis Junge müssen es richten

Ohne zahlreiche etablierte Kräfte muss Deutschlands Fußballnationalmannschaft ihr Testspiel am Mittwochabend im Bremer Weserstadion gegen Frankreich austragen. Doch die Auswahl, auf die der Bundestrainer zurückgreifen kann, bleibt dennoch ergiebig.


Zuletzt ging auch noch der Kapitän von Bord: Philipp Lahm vom FC Bayern München plagt eine Entzündung im Schleimbeutel des Knies, die einen Einsatz am Mittwochabend unmöglich macht. Der Spielführer der deutschen Nationalelf befindet sich damit in einer illustren Runde, denn auch sein verletzter Teamkollege Bastian Schweinsteiger wird nicht mit von der Partie gegen Frankreich sein, die das EM-Jahr 2012 einleiten wird. Ebenfalls nicht einsatzbereit ist ausgerechnet Innenverteidiger Per Mertesacker, der sicherlich gerne an alter Wirkungsstätte im Weserstadion, der Heimat von Werder Bremen, aufgelaufen wäre. Mario Götze vom Deutschen Meister Borussia Dortmund muss passen, Lukas Podolski, der im Derby gegen Bayer Leverkusen erstmals wieder für den 1. FC Köln am vergangenen Wochenende auflief, wird ebenso geschont. Bundestrainer Joachim Löw muss seine Mannschaft also gehörig umkrempeln. In Not gerät er deswegen dennoch nicht.

Nachdem auch Sven Bender vom BVB nach seiner Gesichtsverletzung die Reise nach Bremen absagen musste, bleiben dem Bundestrainer noch 20 fitte Spieler. Löw verzichtete dennoch auf Nachnominierungen und ist davon überzeugt, dass man in allen Mannschaftsteilen über ausreichend Möglichkeiten verfüge. Das gilt vor allem im Sturm, wo Mario Gomez zwar in der Bundesliga trifft wie kaum ein Zweiter, wo in der Nationalelf aber meist Miroslav Klose den Vorzug erhält, der seine Brötchen mittlerweile bei Lazio Rom verdient. Doch Klose hat „Rücken“, sein Einsatz ist noch nicht endgültig sicher. Wenn er spielen kann, wird er die deutsche Mannschaft nach den Ausfällen von Schweinsteiger und Lahm als Kapitän auf den Rasen des Weserstadions führen. Auch das gilt als beschlossene Sache. Ebenfalls sicher ist, dass Bundestrainer Joachim Löw Tim Wiese, den einzigen Akteur von Werder Bremen im Aufgebot des DFB-Teams, in „seinem“ Stadion zwischen die Pfosten stellt. Verdient hat er es – im Nordderby beim Hamburger SV hielt Wiese einmalig, gegen Nürnberg blieb er trotz 0:1-Pleite fehlerfrei.

Ein Wort noch zum Gegner: Frankreichs Nationalmannschaft blickt auf unruhige Zeiten zurück, die bei der WM 2010 in einer Spielerrevolte gegen den damaligen Trainer Raymond Domenech gipfelten. Der aktuelle Nationalcoach Laurent Blanc hatte alle Mühe, die Equipe Tricolore wieder in ruhigere Fahrwasser zu befördern. Das ist mit der gelungenen Qualifikation zur EM 2012 auch gelungen. Jetzt will man den nächsten Schritt wagen, am liebsten natürlich mit einem Auswärtserfolg in Deutschland, dessen Nationalmannschaft in der Weltrangliste an den Niederlanden vorbeigezogen ist und nun hinter Spanien den zweiten Rang belegt. In exzellenter Verfassung befindet sich derzeit Franck Ribery, der am vergangenen Sonntag den FC Schalke 04 beim 2:0-Erfolg der Bayern fast im Alleingang abschoss. Auf ihn werden am Mittwochabend wohl die meisten Augen schauen.


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