Von Mark Read 0

Lady Gaga: Ihr neues Album "Born this Way" im Promipool-Test


Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass kein Album in diesem Jahr so heiß erwartet wurde wie Lady Gagas „Born this Way“. Vielleicht wurde seit Jahren um kein Musikalbum mehr so ein Wirbel gemacht wie um das zweite Machwerk der amerikanischen Chartqueen. Promipool hat sich das Album durchgehört und verrät, was dran ist an „Born this Way“.

Je näher der 23. Mai rückte, um so höher stiegen offenbar die Erwartungen an das zweite Album von Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga. Dass die Amazon-Verkäufe zeitweise den Server des Internet-Versandhauses lahmlegten, spricht Bände. Und auf „Born this Way“ gibt Lady Gaga ihren Fans genau das, was sie erwarten: Pumpende Eurodisco-Beats, starke Melodien und die ein oder andere provokante Textzeile. Hier gibt es unsere Meinung zu allen 14 Liedern des Albums:

Die Sache beginnt düster und schleppend, doch nach nur wenigen Sekunden steigert sich „Marry the Night“ in das gewohnte tanzbare Disco-Spektakel hinein, das Lady Gagas Markenzeichen ist. Über die Single „Born this Way“ muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Die mitreissende Madonna-Gedächtnisnummer beherrscht ja schon seit Monaten sämtliche Charts weltweit, und das zurecht.

Das folgende „Government Hooker“ kommt etwas minimalistischer daher, streut Wortschnipsel über abgehackte Beats ein, doch der Refrain ist dann wieder sehr eingängig. Gutes Lied. Es folgt die umstrittene Single „Judas“. Doch die religiöse Metapher ist für den Song völlig unwichtig. Denn der ist so überdreht, dass er zunächst abschreckt, aber letztlich funktioniert die Methode, eine Melodie mit dem Hammer in den Kopf des Hörers zu hämmern. „Americano“ versucht anschließend offenbar, auf der „Alejandro“-Schiene weiter zu surfen. Kein schlechter Track, die Melodie ist stark, doch es bleibt alles etwas vorhersehbar.

„Hair“ wird die nächste Single des Albums zu werden, und tatsächlich hat das Lied gute Chancen, richtig erfolgreich zu werden. Schon das 80s-Saxofon-Solo verrät, dass das Lied kein alltägliches ist. Im Refrain entwickelt sich „Hair“ gar zu einer richtigen Hymne. Ein waschechter Ohrwurm, für den der Daumen nach oben geht.

Lied Nummer sieben sorgte in Deutschland vorab für mächtig Furore, weil es nach einem hierzulande gebräuchlichen Schimpfwort benannt ist. Letztlich ist „Scheiße“ aber vor allem eines: verwirrend. „I don’t speak German, but I can if you like“, sagt Gaga am Anfang, aber was folgt, ist ein Sprechgesang in einer Fantasiesprache. Der Song ist eher seltsam als großartig, passt aber gut in das Album hinein.

„Bloody Mary“ ist eine unauffällige, wenig aufregende Pop-Nummer mit dem gewohnten Achtziger-Jahre-Flair. Solide, mehr nicht. Umso zackiger gerät das folgende „Bad Kids“, eine Hymne, die Lady Gaga wohl für ihre Fans („Little Monsters“) geschrieben hat. Gesampelte Rock-Gitarren im Hintergrund, das passt zu diesem Lied.

Nun biegt das Album auf seine Zielgerade ein: „Highway Unicorn (Road to Love)“ läutet diese sehr schön ein. Ein fetter Refrain, der ein wenig an „Poker Face“ erinnert, passt gut hinein. Wer bei „Heavy Metal Lover“ auf saftige Metal-Gitarren und Schredder-Soli hofft, wird natürlich enttäuscht. Genau wie andere Lady-Gaga-Songs regieren hier die Computerbeats und eine leicht verzerrte Stimme der Sängerin. Insgesamt ist der Songs eher einer der schwächeren auf dem Album.

Die Gitarren kommen dafür bei Lied Nummer zwölf zum Einsatz. „Electric Chapel“ geht zwar binnen kurzem wieder in Eurodisco-Beats über, bleibt aber dramatisch und melodiös. Ein schönes Lied. Kurz vor Schluss kommt nun mit „You and I“ eine Quasi-Ballade, die sehr nach dem amerikanischen Westen klingt. Wieder ein Ohrwurm. A propos: Der größte Hit auf „Born this Way“ kommt ganz zum Schluss. „On the Edge of Glory“ ist ein ergreifendes, mitreissendes Stück. Ganz großes Kino!

Insgesamt bietet das zweite Album der Popdiva genau das, was man von ihr erwartet: Starke Songs, deftige Beats, gute Melodien. Zwar ist nicht alles gleichbleibend gut, aber man kann insgesamt definitiv sagen, dass sich das Warten auf „Born this Way“ gelohnt hat. Und dass der zweifellos eintredende Megaerfolg in diesem Falle gerechtfertigt ist.

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