Von Nils Reschke 0
Champions League

Kraftakt zum Start: Robert Lewandowski erlöst den BVB

Das war ein Zitterspiel. In doppelter Hinsicht. Erst musste Borussia Dortmund zum Auftakt in der Champions League einige bange Momente gegen Ajax Amsterdam überstehen. Im zweiten Abschnitt steigerte sich der BVB, doch die Kugel wollte nicht ins Netz. Erst drei Minuten vor dem Ende war Torjäger Lewandowski dann zur Stelle.


Je länger diese Partie dauerte, desto größer wurden auch wohl die Zweifel der Dortmunder Fans: Geht das schon wieder los? In die Bundesliga war der BVB fast perfekt gestartet, in der Champions League drohte nur ein mageres 0:0. Vieles erinnerte gegen Ajax Amsterdam lange Zeit an die letzte Saison, in der die Schwarz-Gelben sang- und klanglos in der Gruppenphase ausgeschieden waren. Doch dieses Mal gab es in der Gruppe D ein Happy End. Robert Lewandowski erlöste den BVB drei Minuten vor dem Abpfiff im Signal-Iduna-Park mit dem alles entscheidenden 1:0 gegen die Niederländer. Damit glückte der Mannschaft von Jürgen Klopp ein perfekter Start in diese Gruppe D, die es in sich hat.

Denn als nächstes muss Dortmund zum englischen Meister Manchester City reisen. Danach geht es weiter mit einem Heimspiel gegen Real Madrid. Festwochen also im Ruhrgebiet, wo sie zunächst allerdings gegen Amsterdam bange Minuten überstehen mussten. Ajax Amsterdam versteckte sich im Signal-Iduna-Park nämlich ganz und gar nicht, ging flott in dieses Match und hatte sich so schnell vom Anfangsdruck der Schwarz-Gelben befreit. Ein Patzer von Ilkay Gündogan bescherte den Gästen aus den Niederlanden dann die Riesenmöglichkeit für Christian Eriksen, der allerdings an BVB-Keper Roman Weidenfeller scheiterte. Das hätte sie durchaus sein können, die frühe Führung für Ajax nach nur zwölf Minuten.

Und noch einmal stand der Schlussmann der Borussen in der ersten Hälfte im Fokus, als er fantastisch antizipierte und die Chance von Boerrigter an der Strafraumgrenze bereinigte. Zum Glück der Dortmunder konnten diese den Nachschuss von Ryan Babel dann auch erfolgreich abblocken (36.). Spätestens, als Siem de Jong nach einer Ecke ebenfalls frei zum Schuss kam und Weidenfeller ein weiteres Mal seine ganze Klasse aufbieten musste, damit der BVB nicht in Rückstand geriet, war klar: Der auf dem Papier vermeintlich leichteste Gegner in dieser schweren Gruppe D war alles andere als gewillt, sich hier kampflos zu ergeben – im Gegenteil. Ajax Amsterdam war vor der Pause die eindeutig bessere Mannschaft, Dortmund dagegen meist mit sich und der eigenen Nervosität beschäftigt. Die letzte Saison in der Champions League steckte offenbar doch noch drin in den Köpfen der Borussen.

Aber der Auftakt in den zweiten Durchgang machte dann mehr Mut. Denn Borussia Dortmund kam stark aus der Kabine. Jürgen Klopp hatte zum ersten Mal in einem Pflichtspiel auf Mario Götze und Marco Reus gleichzeitig in der Startelf gesetzt. Reus war es auch, der ein Lebenszeichen für die Borussia abfeuerte, doch Ajax-Keeper Kenneth Vermeer hatte mit diesem Schuss ebenso wenig Probleme wie kurz darauf mit dem Schuss von Ilkay Gündogan (52./57.). Der Druck des deutschen Meisters wurde immer größer und endete schließlich mit einem Elfmeterpfiff. Bei einem tollen Solo von Mario Götze konnte van Rhijn den Dortmunder nur noch mit einem Foul im Strafraum stoppen – so jedenfalls wollte es der Referee Tagliavento gesehen haben. Mats Hummels trat also an – und vergab ganz, ganz schwach (58.). Vermeer war auf dem besten Weg, Matchwinner in dieser Partie zu werden.

Noch aber blieb der Mannschaft von Jürgen Klopp ja eine gute halbe Stunde. Und der BVB setzte alles daran, endlich das erlösende Tor zu erzielen, aber der Kasten von Amsterdam schien einfach wie vernagelt. Bis die Uhr die 87. Minute anzeigte: Ilkay Gündogan wechselte mit einem intelligenten Pass den Flügel. Lukasz Piczszek leitete das Leder direkt in den Strafraum weiter, wo sein polnischer Landsmann Robert Lewandowski schon lauerte. Ein kurzer Schlenker gegen  Alderweireld, ein strammer Schuss – und das Leder zappelte zur allgemeinen schwarz-gelben Erleichterung im Netz der Gäste. Borussia Dortmund hatte Ajax Amsterdam doch noch 1:0 geschlagen. Und natürlich war die BVB-Welt nach dem Abpfiff wieder vollauf in Ordnung.


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