Von Stephanie Neuberger 0
Nach Frisos Unfall

Königin Beatrix und die Königsfamilie: Lächeln, auch wenn es schwer fällt

Vor einem Monat verunglückte Prinz Friso in Österreich. Nun muss die Königsfamilie ihren adligen Pflichten nachgehen. Das Lächeln fällt ganz offensichtlich schwer und vor allem Maxima fehlt das Strahlen in den Augen, aber dafür habe ich durchaus Verständnis.


Wochenlang ruhten die Geschäfte und die Pflichten für das niederländische Königshaus. Alle bangten am Krankenbett von Prinz Friso. Sowohl Freunde, Bekannte und Bürgerliche schickten Genesungswünsche und hatten selbstverständlich Verständnis für die Lage der Königin und ihrer Familie.

Prinz Friso wurde Mitte Februar von einer Lawine erfasst und liegt seitdem im Koma. Der Prinz hat vermutlich die gesicherte Piste verlassen, obwohl hohe Lawinengefahr drohte. Minutenlang war er ohne Sauerstoff unter den Schneemassen. Sehr wahrscheinlich wird er nie wieder aufwachen. Für seine Mutter, Königin Beatrix, seine Frau Mabel und seine zwei Töchter sowie für die restliche Familie ist dies ein schwerer Schicksalsschlag. Sofort eilten alle an das Krankenbett in Österreich. Mittlerweile wurde Friso nach London verlegt. Dort lebt er seit Jahren mit seiner Familie. Die Königin ließ ihren Sohn keine Minute alleine und unterstützte Mabel mit Tat und Kraft.

Doch leider rufen die Pflichten. So blöd und absurd es in dieser Situation klingt: Das Leben muss weitergehen. Nach wochenlanger Pause muss sich die Königin wieder ihren Aufgaben widmen, so schwer es auch fallen mag. Auch Prinz Willem-Alexander und Maxima reisten wieder in die Niederlande, um ihre royalen Aufgaben zu erfüllen. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt seit dem schweren Unglück sah man dem Paar die große Sorge an. Obwohl Prinz Willem-Alexander und seine Frau lächelten, fehlte ihnen das Strahlen in den Augen. Vor allem Maxima die mit ihrer fröhlichen und ausgelassenen Art die Sympathien des Volkes und auch meine im Handumdrehen gewonnen hatte, wirkte gequält. Die beiden lächelten tapfer für die Presse. Es wirkte aufgesetzt und strahlte nicht von innen heraus. Ehrlich gesagt würde auch keiner erwarten, dass das Paar zwei Wochen nach der Tragödie wieder voller Freude lacht. Dies hätte ich persönlich deutlich absurder gefunden, als das gequälte Lächeln.

Prinz Friso kann ganz offenbar nur noch ein Wunder helfen. Und darauf hoffe ich. Ich wünsche es ihm und seiner Familie, dass er zumindest aus dem Wachkoma erwacht.

Es ist schon seltsam. Obwohl man die Königsfamilie nicht persönlich kennt, nimmt man doch Anteil an ihrem Drama. Dadurch, dass man von zuhause aus der Hochzeit von Willem-Alexander und Maxima beiwohnte und sich bei der Geburt ihrer Kinder mit ihnen freute, bin ich auch von der jetzigen Tragödie bewegt.

Ich wünsche der Familie besonders Frisos Frau Mabel und den zwei Kindern auch weiterhin alles Gute und viel Kraft. Und auch wenn das Lächeln auch in kommenden Wochen und Monaten schwerfällt, habe ich dafür Verständnis und damit bin ich sicherlich nicht allein.


Teilen:
Geh auf die Seite von: