Von Stephanie Neuberger 0
Wer den Schaden hat...

König Carl Gustaf: Die Schlammschlacht geht weiter

Auch zwei Jahre nach der Skandalbiografie bleibt König Carl Gustaf in der Schusslinie für Spott und Verunglimpfungen. Jetzt wird auch seine Frau Königin Silvia mit hineingezogen und man fragt sich, wann es genug ist und ob unter dem Deckmantel der Kunst alles erlaubt ist.


Es heißt, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Irgendwie trifft diese Redensart auch auf König Carl Gustaf von Schweden zu. Nur dass der Monarch für den Schaden nicht gesorgt hat. Vor zwei Jahren behauptete ein Autor in einer inoffiziellen Biografie, dass Carl Gustaf eine Affäre mit einer Sängerin hatte und Partys in zwielichtigen Clubs feierte. Der König schwieg sich aus und auch die Familie stand hinter ihm. Königin Silvia präsentierte sich an seiner Seite und wirkte nicht wie eine gekränkte und gehörnte Ehefrau.

Was letztendlich an den Gerüchten dran ist, ob sie doch mehr Wahrheit enthalten, als die Königsfamilie zugeben möchte, weiß ich nicht. Und zu guter Letzt bin ich der Meinung, dass eine Affäre in erster Linie das Paar betrifft. Ob es einen König oder eine andere Person betrifft, ich bin der Meinung privat ist privat. Für mich wirken Carl Gustaf und Silvia weder unglücklich noch als würden sie für die Öffentlichkeit eine Show spielen. Manche Dinge sind einfach Privatsache und sollten auch im privaten Kreis geklärt werden.

Auch wenn die ganze Sache schon zwei Jahre her ist, sorgte erst diese Woche eine Fotomontage für Aufregung. Aus dem Palast heißt es, das Werk sei "beleidigend, verletzend und bösartig". Diese Stellung kann ich nachvollziehen. Die Fotomontage spielt auf die angeblichen Besuche des Königs in Stripclubs sowie auf die Affäre mit der Sängerin an. Diese liegt nackt auf einem Tisch, der König schaut zu wie Männer Pizza von der Frau essen. Königin Silvia ist ebenfalls auf dem Bild zu sehen. Sie schrubbt ein Hakenkreuz vom Boden. Die Künstlerin verteidigt ihr Werk, da sie darstellen wollte, wie Frauen in solchen Clubs behandelt werden. Unverständlich bei dieser Erklärung bleibt, was Königin Silvia dort zu suchen hat. Zwar verstehe ich die Andeutung auf ihren Vater, der bei der NSDAP war, aber mit der Behandlung von Frauen in Stripclubs hat ihre Darstellung wohl nichts zu tun.

Das Königshaus ist selbstverständlich empört und gekränkt. Die Familie muss sich auf eine Veröffentlichung gefasst machen und die Magazine sicherlich auf eine Klage. Leider ist auch zwei Jahre später das Thema noch ein gern genommenes Fressen, um auf sich aufmerksam zu machen. Leidtragende sind dabei sicherlich Silvia, ihre Kinder und der König selbst. Für mich stellt sich auch hier die Frage, wann die Öffentlichkeit zu weit geht und auch wann die Privatsphäre verletzt wird. Denn wenn man ehrlich ist, würde wohl niemand von uns Normalsterblichen eine Fotomontage hinnehmen, wo er und seine Familie schlecht dargestellt werden.


Teilen:
Geh auf die Seite von: