Von Mark Read 0
Promipool-Kinotipp

Kinotipp der Woche: Elmar Wepper in "Dreiviertelmond"

Im Herbst seiner Karriere erlebt Elmar Wepper wahrhaftig einen zweiten Frühling. Nachdem der 67-Jährige Schauspieler bereits vor drei Jahren im wunderschönen Film "Kirschblüten – Hanami" überzeugen konnte, brilliert er nun in "Dreiviertelmond", einer Tragikomödie von Christian Zübert. Unser Kinotipp der Woche!


Hartmut Mackowiak (Elmar Wepper) fährt mürrisch und verbittert sein Taxi durch Nürnberg. Nachdem ihn seine Frau nach 35 Ehejahren verlassen hat, gerät sein festgefahrenes Dasein ungewollt in Bewegung. Da tritt das kleine türkische Mädchen Hayat (Mercan Türkoglu) in sein Leben, die mit ihrer Mutter die Oma in Nürnberg besucht. Nachdem Hayats Mutter beruflich für einige Tage weg muss und die Oma beim Beten in ein Koma fällt, ist der mürrische Taxifahrer, der sie vom Flughafen hergebracht hat, die einzige Bezugsperson im fremden Deutschland.

Der Film entwickelt sich schnell zu einer Art Road-Trip, in dessen Verlauf der Taxifahrer Mackowiak von der kleinen Hayat so manchen Einblick in eigenes Fehlverhalten erhält. "Dreiviertelmond" ist manchmal schreiend komisch, oft herzzerreissend, doch niemals kitschig. Elmar Wepper spielt brilliant, die kleine Mercan Türkoglu ist einfach nur süß in der Rolle des naiven kleinen Mädchens. "Dreiviertelmond" ist ein kleines Meisterwerk, das man sich unbedingt anschauen sollte. Christian Zübert gelingt es ohne Probleme, den schmalen Grat zwischen Komödie und Drama zu meistern. Bei aller Melancholie drückt der Streifen nie auf die Tränendrüse, und bei aller Komik wird er niemals zum Klamauk.

Es soll ja immer noch genügend Leute geben, die nur auf große Hollywood-Blockbuster schwören und dem Independent-Kino nichts abgewinnen können. Das ist schade, denn ihnen ist in den letzten Jahren so manch hervorragender Film entgangen, und in zweien davon hat Elmar Wepper mitgewirkt: Erst "Kirschblüten – Hanami", nun "Dreiviertelmond".


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