Von Olga Lügenscheidt 0
Jetzt schlägt's 13!

Kelly, Pixie, Rihanna und Co: Auffallen wollen um jeden Preis!

Sie tummeln sich in der ersten Reihe der Modeshows, sie werden zu den exquisitesten Events geladen, sie gelten als Mode-Ikonen. Warum eigentlich? Was haben die so genannten It-Girls eigentlich jemals geleistet, um ihren Status zu verdienen? Dieser Frage geht unsere Mode-Expertin Olga Lügenscheidt heute nach. Viel Spaß!


Dieses Mal gehe ich nicht mit dem Schießgewehr auf die alten, verrunzelten Tanten los, sondern mit explosiven Granaten auf die gelangweilte, nichts auf die Reihe bekommende Jungend, die sich gerne und recht häufig mit unsagbar schlechten modischen Kreationen in der Öffentlichkeit präsentiert. So fürchterlich, dass ich immer mal wieder kurz vorm Augenkrebs stehe!

Mit der Pariser Fashion Week diese Woche neigt sich der ganze Modetumult langsam aber sicher dem Ende zu und feiert in der Stadt der Liebe das größte und sehenswerteste Finale aller Modebegeisterten. Nur leider erblickt man in den ersten Reihen immer öfter Sternchen, B-Promis oder Töchter von großen Rockstars, wie Pixie Geldof oder auch das liebe Osbourne-Küken, die sich einfach nur alle katastrophal anziehen! Junge Mädchen, die eben aufgrund ihrer Jugendlichkeit so frisch und knackig sind, dass sie gar kein Make-Up brauchen, tragen schreckliche Dinge, nur um das Blitzlichtgewitter auf sich zu lenken und aufzufallen. Die meisten von denen kennt man wie gesagt nur, weil sie selbst nichts Großartiges geschaffen haben, sondern eher den Namen ihres Papas schamlos für fünf Minuten Ruhm ausnützen.

Ich frage mich doch, wie das geht, dass man so viel Geld hat und trotzdem kategorisch zu den hässlichsten Kleidern im Laden greift. Und das ist mein voller Ernst! Es wird einfach bunt gemixt, zusammengeschmissen was geht und raus kommt ein Zebra mit roten Strähnen, Lederleggings und einer ach so hippen Fellweste! Dann denken diese Gören auch noch, dass sie so wahnsinnig einzigartig sind und das Rad neu erfunden haben. Es geht nicht mehr um Klasse und stilvolles Äußeres, sondern um pure Provokation, die auch noch für Fantasie stehen soll. Dass ich nicht vor Lachen gleich platze! Was ist bitte daran kreativ, so wie Rihanna, im Jeans-Nieten-Leder-Outfit rumzulaufen? Rein gar nichts! Die Hotpants endet ganz knapp unter dem Popo und die Leder-Overkneestiefel gehen fast bis zum Schritt! Leider hat die Popdiva schon ein Alter erreicht, in dem ihre Mutter sie traurigerweise nicht mehr zu Hause einsperren darf und wo sie selbst darüber entscheiden darf, wie sie ihren Körper verhüllt. Diese Entscheidungsfähigkeit würde ich ihr glatt absprechen und gleich auch allen anderen geldigen, stillosen Personen, die in der Öffentlichkeit stehen.

Natürlich hat Mode etwas mit Außergewöhnlichkeit und oftmals auch kontroversen Ideen zu tun. Coco Chanel hat die Frau von Pompösität und ausladenden, überzüchteten Kleidern zu dem wunderschönen und schlichten kleinen Schwarzen geführt. Galliano durfte seinen schockierenden und oftmals respektlosen Stil über zehn Jahre lang bei Dior in Szene setzten. Aber hier ist der Unterschied, dass Mode zur gleichen Zeit auch Kunst ist und die Models wie lebendige Kunstwerke über die Laufstege schweben. Anders als eine moppelige Kelly, eine Mediengeile Kim Kardashian, eine besoffene Jersey-Shore-Proletin oder eben eine Tochter, die als Zeitvertreib Papis Geld zum Fenster rauswirft.

Was mich aber am aller meisten vor den Kopf stößt, ist die Tatsache, dass diese sogenannten Fashionistas den lieben langen Tag von einem Café ins nächste schlendern, abends auf irgendein Celebrityevent hopsen, um sich in ihren lächerlichen Verkleidungen ablichten zu lassen, um dann am nächsten Morgen wieder richtig lange in den Federn zu liegen. Schönheitsschlaf ist nämlich alles! Pah, und wir müssen um acht Uhr morgens wieder zu Arbeit hetzen. Da spricht kein Neid aus mir, nur absolutes Unverständnis, dass solche Menschen als It-Girls bezeichnet werden und in der Front Row der Modeschauen sitzen. Peinlich und absolut ausgelutscht! Mehr davon gibt’s nächste Woche! Bisous.


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