Von Mark Read 0
Unter die Gürtellinie

Kelis: Opfer rassistischer Beleidigungen in London

Sängerin Kelis wurde kürzlich an einem Londoner Flughafen rassistisch beleidigt. Die üblen Sprüche kamen offenbar von einem Mann, an dem sich Kelis vorbei gedrängelt haben soll. Besonders erschreckend: Niemand der umstehenden Passagiere kam Kelis und ihrem zweijährigen Sohn zu Hilfe! Kein Wunder, dass die US-Sängerin stinksauer ist.


Per Twitter erzählte Kelis den Hergang des Vorfalls in London. Sie zeigte sich wutentbrannt über die Art, wie in England mit Rassenfragen umgegangen wird. "Dieser Typ war ein etwa 50 Jahre alter Engländer. Als die Aufstände in London losbrachen, habe ich aus verschiedenen Gründen nichts gesagt. Aber ich bin sehr oft in London, und jetzt sage ich, dass der Umgang mit Rassethemen in Großbritannien einfach nur widerlich ist."

"Was diese Themen angeht, hinkt das Vereinigte Königreich Jahrzehnte hinterher. Und zwar, weil in der Hinsicht alles unter den Teppich gekehrt wird. Die Leute reden nicht drüber. Sie streiten sich nicht deswegen. Und wenn man ein Problem nicht anspricht, geht es auch nicht weg."

Der Rassismus-Vorfall in London ereignete sich, als Kelis sich auf dem Rückweg von ihrem Auftritt beim Bestival-Fesitval auf der Isle of Wight befand. Sie war mit ihrem zweijährigen Sohn unterwegs, den sie liebevoll "Der Zwerg" nennt. Kelis schildert den Hergang folgendermaßen:

"Wir waren gerade gelandet und ich hatte den Zwerg bei mir. Wir reihen uns in die Schlange zur Passkontrolle ein und haben da offensichtlich einen Mann angep***t, weil er meinte wir hätten uns vorgedrängelt. Was nicht zu weit hergeholt wäre, aber diesmal habe ich es tatsächlich nicht gemacht. Dieser dicke, rotgesichtige 'Mann' (ich verwende den Begriff hier sehr lose) bezeichnet mich dann als Sklavin und sagt, ich solle ihn als 'Herr' anreden und dass ich eine von diesen widerlichen Nigerianerinnen wäre. Er schimpfte noch weiter, und der Typ hinter dem Pass-Schalter lachte und nickte zustimmend."

"Die ganze Zeit stand ich in einer Reihe mit lauter Leuten, mit denen ich gerade drei Stunden im Flieger gesessen hatte. Über 50 Leute sagten nichts. Und ich meine wirklich nichts. Sie haben keine Miene verzogen." Ihrem Kind zuliebe habe Kelis dann nicht so wütend reagiert, wie sie eigentlich wollte. Die Sängerin glaubt trotz dieses ekelerregenden Vorfalls daran, dass man seine Ansichten ändern kann. Sie will zu einer besseren Gesellschaft beitragen, indem sie ihren Sohn zu einem weltoffenen Menschen erzieht. Hoffen wir, dass sie über die schlimmen Beleidigungen des dümmlichen Mannes aus der Schlange hinwegkommt.


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