Von Nils Reschke 0
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Kein bisschen Frieden: Ralph Siegels neuestes Werk stößt sauer auf

Hat die Jury des Eurovision Song Contests denn eigentlich keinen Respekt? Ralph Siegel ist schließlich unser aller „Mr. Grand Prix“. 19 Mal schon ging er als Produzent an den Start, bekam nach seinem Sieg mit Nicole 1982 sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen. Aber die neueste Komposition geht dem Gremium dann doch ein Stück zu weit.


Ralph Siegel ist einer der deutschen Helden des Eurovision Song Contest. Er war es zumindest zu Zeiten, in denen der größte Musikwettbewerb der Welt noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß. Do holte Produzent Siegel 1982 mit Nicole, einer weißen Gitarre und dem Lied von „Ein bisschen Frieden“ erstmals den Sieg für Deutschland. Lange machte sich Ralph Siegel damit unsterblich, bis ein Mann namens Stefan Raab ihm mehr und mehr den Rang ablief – und es ihm mit Lena und ihrem „Satellite“ 18 Jahre später gleichtat.

Siegel hatte sich zurückgezogen, wollte jetzt mit San Marino wieder durchstarten. „Facebook Uh, Oh, Oh“ lautete der Beitrag, mit dem der deutsche Produzent auf Zwölf-Punkte-Jagd gehen wollte. Doch das ging der Jury des Eurovision Song Contests ein Stück zu weit. „Schleichwerbung“ urteilte man dort und mahnte den Beitrag ab. San Marino und Ralph Siegel müssen bis Freitag für klare Fronten sorgen, und zwar so, dass dabei keine Werbebotschaft mehr erkannt werde. Genau das wirft die ESC-Kommission dem Song nämlich vor: Werbung für das gleichnamige Soziale Netzwerk zu machen.

In einem ersten Statement äußerte sich San Marino bereits, spricht von einer Parodie, die ganz allgemein die Social Networks aufs Korn nehmen soll. Valentina Monetta soll das Lied dann am 22. Mai in Baku im Halbfinale zum Besten geben und nach Möglichkeit auch in die Finalshow damit einziehen. Ralph Siegel würde damit übrigens einen runden Geburtstag beim Eurovision Song Contest feiern: seine 20. Teilnahme als Produzent, wenn es denn soweit kommt. Kleiner Tipp am Rande: „Google Plus, Uh, Ah, Ah“ dürfte auch abgelehnt werden.


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