Von Nils Reschke 0
Geburtstagskind des Tages

„Kaiser“ Franz Beckenbauer feiert heute seinen 67. Geburtstag

Franz Beckenbauer hat in seiner aktiven Karriere alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Und auch, als der „Kaiser“ seine Schuhe an den Nagel hing, flog der Erfolg ihm nur so zu. Als Trainer beim FC Bayern, als Teamchef der Nationalmannschaft oder auch als einer der Macher, die die WM 2006 nach Deutschland holten. Promipool.de gratuliert mit diesem Porträt zum Ehrentag.


Diese Szene ist legendär und beweist einfach nur: Was dieser Mann anpackt, das gelingt ihm auch. Wir schreiben das Jahr 1994. Am 7. Mai wehrt der FC Bayern München die Attacken des härtesten Widersachers vom 1. FC Kaiserslautern erfolgreich ab und feiert nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 nach Toren von Lothar Matthäus und Jorginho seine 13. Deutsche Meisterschaft. Am Abend bejubeln die Bayern diesen Triumph ausgelassen auch im „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF. Natürlich darf das obligatorische Schießen auf die Torwand nicht fehlen. Irgendeiner schnappt sich auf einmal ein Weizenbierglas, legt einen Ball darauf – und Franz Beckenbauer zögert nicht lange, schießt das Leder treffsicher durchs Loch. Das sorgt nicht nur für allgemeine Erheiterung, sondern hier und da auch für ungläubiges Kopfschütteln. Ihm, dem „Kaiser Franz“, gelingt eben wirklich alles.

Doch die Hinrunde der Saison 1993/94 verlief aus Sicht der Verantwortlichen in München alles andere als zufriedenstellend. Also übernahm der damalige Vizepräsident der Bayern zum ersten Mal auch das Traineramt für einen mäßig erfolgreichen Coach Erich Ribbeck. Wie sollte es anders sein, als natürlich erfolgreich. Das selbe Szenario wiederholte sich noch einmal am 27. April 1996. Obwohl Otto Rehhagel mit seiner Mannschaft Platz zwei in der Bundesliga belegte und sogar das Finale in den UEFA-Cup erreicht hatte, wurde „König Otto“ entlassen und durch „Kaiser Franz“ ersetzt. Der ließ sich dann als Meistertrainer feiern und holte auch den europäischen „Pott“ in die bayrische Landeshauptstadt. Eine These hat eben bis heute Gültigkeit: Wo die „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“ auch auftaucht, da blüht der Erfolg.

Es kommt nicht von ungefähr, dass die deutsche Nationalmannschaft mit Franz Beckenbauer als Teamchef erst 1986 trotz mäßiger Leistungen das WM-Endspiel in Mexiko erreichte, wo man um ein Haar das hochfavorisierte Argentinien mit Superstar Diego Maradona doch noch in die Knie gezwungen hätte, ehe man doch noch 2:3 verlor. Vier Jahre später gelang unter Teamchef Beckenbauer dann die Revanche. Deutschland wurde zum dritten Mal Weltmeister – zum bisher letzten Mal. Für Franz Beckenbauer war es aber schon der zweite WM-Titel. Denn als Spieler und Kapitän führte er die DFB-Elf 1974 im eigenen Land schon zum Weltpokal. Zwei Jahre vorher war Franz Beckenbauer schon mit einer der besten deutschen Nationalmannschaften aller Zeiten durch ein 3:0 gegen die UdSSR Europameister geworden. Nur der EM-Titel 1988 im eigenen Land blieb ihm als Teamchef verwehrt. Mit 2:1 bereiteten die Niederlande im Halbfinale in Hamburg dem „Kaiser“ die wohl schwerste Niederlage. Er revanchierte sich dafür zwei Jahre später in einem legendären Achtelfinale bei der WM 1990. So etwas lässt der „Kaiser“ eben nicht auf sich sitzen.

Auch wenn es mit der EM als Verantwortlicher an der Seitenlinie nicht klappte, holte Franz Beckenbauer Jahre später quasi den dritten WM-Titel. Ihm und seinem Engagement und Ansehen war es zu verdanken, dass Deutschland den Zuschlag bekam, die Weltmeisterschaft 2006 auszurichten. Einer der wohl größten Verdienste um den deutschen Fußball, der Franz Beckenbauer da mit diesem Coup nach seiner aktiven Laufbahn als Spieler glückte. Im Herbst seiner Karriere sorgte der „Kaiser“ gemeinsam mit Kumpel Pele dafür, dass die Major League Soccer in den Vereinigten Staaten ihre Blütezeit erlebte. Wo Beckenbauer war, da entbrannte er eben die pure Begeisterung. Vier Jahre lang spielte Franz Beckenbauer für Cosmos New York und gewann dabei – wie sollte es anders sein – drei Mal den Titel. Danach entschloss sich Beckenbauer, noch einmal in die Bundesliga zum Hamburger SV zurückzukehren. 1982 hing der „Kaiser“ die Fußballschuhe endgültig an den berühmten Nagel. Allerdings nicht, ohne den HSV noch einmal zum Meister zu machen. Die Rothosen nahmen im Jahr darauf noch einmal den Beckenbauer-Effekt mit und wurden auch 1983 Deutscher Meister, dazu Europapokalsieger der Landesmeister – seitdem wartet man an der Elbe vergebens auf einen Meistertitel.

Franz Beckenbauers Erfolge als aktiver Spieler beim FC Bayern München aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Er prägte die größte und erfolgreichste Ära der Bayern. Drei Mal in Serie holte man mit dem eleganten Fußballer Beckenbauer den Europacup der Landesmeister. Vier Mal Deutscher Meister und Pokalsieger, dazu kamen der Europapokal der Pokalsieger 1967 und der Weltpokal 1976. Vom „Bravo Otto“ über den „Bambi“ bis hin zum Bayrischen Verdienstorden oder den Laureus World Sports Award für das Lebenswerk 2007: Es gibt eigentlich keinen Preis, der nicht in der Vitrine des Franz Beckenbauer steht. Was bleibt, sind unsere herzlichsten Glückwünsche für eine der größten Persönlichkeiten im deutschen, aber auch im internationalen Fußball. Happy Birthday, Kaiser Franz!


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