Von Mark Read 0

Kachelmann- Prozess: weitere Zeugenaussagen und Streit um Medienumgang


Im Vergewaltigungsprozess um Wetterfrosch Jörg Kachelmann hatte am gestrigen Mittwoch eine Frauenärztin über den Zustand des mutmaßlichen Opfers nach der angeblichen Vergewaltigung berichtet.

Dieser soll ruhig und gefasst gewesen sein. Das mutmaßliche Opfer habe ihr erzählt, dass sie mit einem Messer bedroht und vergewaltigt worden sei.

Das berichtete die Frauenärztin vom Uniklinikum Heidelberg, die das angebliche Opfer am darauf folgenden Tag untersucht hatte, vor dem Landgericht in Mannheim. Das mutmaßliche Opfer habe ihr dabei Verletzungen am Hals gezeigt. Sie hätte nicht geweint und auf alles ruhig geantwortet.

Am gestrigen und letzten Verhandlungstag vor einer geplanten Verhandlungspause bis zum 1. Dezember kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Es ging dabei um die Rolle der Medien.

Anlass für den Streit war ein Exklusivvertrag, den eine der Zeuginnen vor ihrer Vernehmung mit der Bunten abgeschlossen hatte.

Dies sei eine Unverschämtheit und Missachtung des Gerichts, sagte Kachelmanns Verteidiger Klaus Schroth. Die Zeugin, eine ehemalige Geliebte des Moderators, hatte am Montag ausgesagt. Sie hatte in ihrer Vernehmung zugeben müssen, dass sie über ihren Anwalt einen Exklusivvertrag abgeschlossen hatte.

Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge kritisierte daraufhin die Pressearbeit der Verteidigung. Ein Medienberater Kachelmanns habe ihm schon vor der Anklageerhebung mitgeteilt, dass die Verteidigung im Falle einer Anklage an die Presse gehen werde. Dabei hatte er auch erwähnt, dass das zum Teil auf dem Rücken der Nebenklägerin erfolgen werde.

Es kam beim gestrigen Prozesstag auch seitens der Verteidigung zu einer indirekten Mitteilung über die Vernehmung der Ex-Geliebten vom Montag. Man wirft der Verteidigung dabei vor, dies absichtlich so gesteuert zu haben.

Eine vernommene Försterin hatte darin unter Ausschluss der Öffentlichkeit unter anderem über ein Telefonat berichtet, das Kachelmann am Tag nach der angeblichen Tat mit ihr geführt habe. Dazu sagte aber nur eine Freundin der Försterin aus, diese habe am Telefon gesagt:

„Du, ich habe mit Jörg telefoniert, und das war ganz komisch. Wetterfrosch Kachelmann habe bei diesem Telefonat total bedrückt und fahrig gewirkt. Das gab die Freundin aus zweiter Hand in der öffentlichen Sitzung bei ihrer Vernehmung bekannt.

Im Januar 2010 hatte sich die Försterin von Wettermann Jörg Kachelmann getrennt. Sie war aber trotz Trennung weiterhin mit ihm in Kontakt geblieben.

Nun wird wieder darüber spekuliert, ob das Telefonat am Tag nach der möglichen Tat als belastendes Indiz gewertet werden könnte.


Teilen:
Geh auf die Seite von: