Von Mark Read 0

Kachelmann-Prozess: Promi Anwalt Schwenn schlägt um sich


Im Kachelmann-Prozess scheint der „Star“-Anwalt Johann Schwenn, der übrigens 400 Euro die Stunde kostet, wohl den Ton anzugeben.

In der Zwischenzeit gleicht der Prozess des Jahres nicht mehr einer Tragödie, sondern eher einer Schmierenkomödie. Es wird mit harten Bandagen gekämpft, und der Ton zwischen Verteidigung, Staatsanwalt und dem Mannheimer Landgericht ist äußerst gereizt.

Der neue Verteidiger des Wettermoderators Kachelmann setzt alles auf eine Karte, treibt ein gefährliches Spiel und greift ohne jeglichen Respekt alles und alle an.

Gestern, am 18. Verhandlungstag, griff Rechtsanwalt Schwenn seinen Gegner, den Staatsanwalt Lars- Torben Oltzrogge massiv an.

Schwenn attackierte aber nicht nur seinen Hauptgegner, sondern auch die gesamte Medienwelt, die seiner Meinung nach versuchen, den Vergewaltigungsprozess gegen seinen Mandanten Kachelmann zu beeinflussen. Gemeint war speziell „Focus" und die Zeitschrift Bunte". Diese wollte er sogar durchsuchen lassen!

Sehr überheblich wirkte jedoch die mehrfache Belehrung der Richter von Seiten Johann Schwenns. Diese behandelte er ziemlich respektlos wie „dumme“ Schulbuben. Dabei sitzen die alt gedienten Richter nicht auf einer Schul- sondern auf der Richterbank.

„Es ist Zeit, dass das Gericht etwas Distanz zur Linie der Staatsanwaltschaft zeigt, die sich so verrannt hat“, so gab der Neue Anwalt Kachelmanns angriffslustig von sich.

Verteidiger Schwenn treibt jedoch ein gefährliches Spiel und setzt alles auf eine Karte. Er attackiert nicht nur, sondern legt auch mögliche „Schwächen“ in der Zeugenaussage der einstigen Kachelmann- Geliebten offen. Johann Schwenn hinterfragt Zeuginnen und auch die Gutachter.

Sehr unsympathisch ist jedoch der überhebliche Ton und die Gebärdung seinerseits. Er tritt dabei noch als Belehrer der Justiz auf, zeigt keinerlei Respekt und gibt noch ganz klar das Tempo vor.

Ob er damit dem Wettermann Kachelmann hilft, bleibt abzuwarten!

Trotzdem stieß Promi- Anwalt Schwenn gestern auf einen Widersacher, den ehemaligen Richter Rechtsanwalt Wolfgang Steffen. Dieser begleitete den als Zeugen geladenen Heidelberger Traumatologen Günter Seidler vor Gericht. Seidler wurde in der vergangenen Woche von Schwenn schwer attackiert. Der Verteidiger ließ auf Antrag sogar seinen Aktenkoffer durchsuchen.

„Mein als Traumatologe weltweit anerkannter Mandant ist durch Johannes Schwenn überrumpelt und dem öffentlichen Gespött preisgegeben worden. Das war Ehr abschneidend“, so der Anwalt von Traumatologe Günter Seidler.

Verteidiger Schwenn ziele leider nur darauf ab, den Gutachter „fertig zu machen". Es sei daher mit weiteren unsachlichen Angriffen von Rechtsanwalt Johann Schwenn zu rechnen.

Darauf wetterte Kachelmann- Verteidiger Schwenn mit arroganter Überheblichkeit:

„Seidler, der weltbekannte Traumatologe? Außerhalb von Deutschland, von Mannheim, hat man nichts von Professor Seidler gehört“! so Schwenn belustigend.

Das Publikum im Mannheimer Landgericht musste lachen.

Das war dann der letzte Akt am 18. Prozesstag. Der Traumatologen- Beistand stand daraufhin auf und holte tief Luft. Er wolle eine Erklärung zu den diffamierenden Berichten über seinen Mandanten Günter Seidler abgeben. In letzter Minute konnte ihn aber der Richter noch bremsen.

Da mischte sich schon wieder Verteidiger Schwenn lautstark ins Geschehen ein:

„Unterbrechen Sie das. Wir verlassen den Saal“!


Teilen:
Geh auf die Seite von: