Von Mark Read 0

Kachelmann Prozess: Polizistinnen schien das mutmaßliche Opfer glaubhaft


Am fünften Tag des Prozesses gegen den Wetterfrosch Jörg Kachelmann wurden weitere Zeugen vernommen.Vor Gericht kamen die Polizistinnen zu Wort, die das mutmaßliche Opfer als erste vernahmen. Beide Beamtinnen hielten die Nebenklägerin für absolut glaubwürdig.

Am gestrigen Prozesstag, um die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Selfmade Mann Kachelmann sagten Polizistinnen, ein Haftrichter und eine seiner zahlreichen Ex- Geliebten aus. Das waren Menschen, die mit dem mutmaßlichem Opfer und dem mutmaßlichem Täter im direkten Umfeld des Geschehens Kontakt hatten und deswegen den Richtern wertvolle Hinweise auf der Suche nach der Wahrheit liefern könnten.

Dazu gehören zwei Polizistinnen, die die Ex-Freundin des Wettermoderators bei und nach ihrer Anzeige mehrfach vernommen haben.

Am Morgen des 9. Februar kam das mutmaßliche Opfer mit ihrer Mutter auf die Wache, nur wenige Stunden, nachdem der Moderator Jörg Kachelmann sie vergewaltigt haben soll. Die Frau hatte einen Plastiksack dabei, in dem ihr bei der angeblichen Tat getragenes Strickkleid und der Slip enthalten war. Sie sei bei der Vernehmung „fix und fertig" gewesen, berichtete eine Beamtin, sie habe geweint und ihr ganzer Körper hat vibriert. Die Frau sei peinlich berührt gewesen, den Namen des mutmaßlichen Täters zu nennen, den sie beschuldigt. Sie habe allgemein sehr emotional reagiert.

Eine zweite Polizistin berichtete von einer Videovernehmung. Dort sei das mutmaßliche Opfer in einem sehr schlechten körperlichen Zustand gewesen, habe kaum die Treppen steigen können. Die Beamtin erzählte den Richtern auch, wie überzeugend und detailreich die junge Frau ihre Angst in der Vergewaltigungssituation geschildert habe.

In den psychologischen Befragungen hingegen soll genau diese Detailliertheit gefehlt haben und die Gutachter der Verteidigung finden die Kachelmann-Ex daher unglaubwürdig. Den psychologischen Gutachter Tilman Elliger hatte die Verteidigung allerdings zurückgezogen, angeblich aus formellen Gründen und mit dem Vorbehalt, ihn später vielleicht wieder zu benennen. Die Staatsanwaltschaft hatte einen Befangenheitsantrag gegen ihn gestellt, weil er an einer Party zu Kachelmanns Haftentlassung teilgenommen haben soll.

Die Polizistinnen bestätigten auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters, dass sie die Aussage der Frau für glaubwürdig gehalten haben. Beide haben Erfahrung mit Vergewaltigungsfällen. Nicht einleuchtend hingegen sei Kachelmanns erste Aussage zur Tatnacht gewesen, gab danach der Haftrichter, ein Amtsrichter aus Mannheim, zu Protokoll. Für einen falsch Beschuldigten sei Kachelmann auch nicht empört genug gewesen. Er habe keinen Zweifel am Tatverdacht gehabt und deshalb die Haft angeordnet.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde dann ein zweites Mal die Freundin des 52-jährigen Schweizer Moderators vernommen, die ihn nach seiner Rückkehr aus Kanada am Flughafen in Frankfurt abholte. Dort wurde Kachelmann verhaftet. Herr Kachelmann folgte den Aussagen nach Medienberichten meist ohne sichtbare Regung.

Dass dem Wettermoderator der fünfte Prozesstag nicht gut getan hat, weiß er aber sicherlich auch. Das ausstehende Urteil wird nicht vor Dezember erwartet.

 


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