Von Mark Read 0

Kachelmann Prozess: Polizei attestierte dem Angeklagten bei Verhaftung Ruhe und Emotionslosigkeit


Im Prozess gegen den Wetterfrosch Kachelmann wegen des Vorwurfs der schweren Vergewaltigung hat sich heute das Landgericht Mannheim die Umstände der Verhaftung vortragen lassen.

Dabei sagten zwei Polizisten übereinstimmend aus, dass der Angeklagte Jörg Kachelmann bei seiner Ankunft aus Kanada auf dem Frankfurter Flughafen ruhig und ohne emotionale Regung auf den Haftbefehl reagiert habe.

Vor dem Mannheimer Landgericht wurde heute auch der eingehende Notruf vorgespielt, mit dem sich das mutmaßliche Opfer bei der Polizei gemeldet hatte. Der besagte Notruf ging am 9. Februar um 08.11 Uhr ein. Zuerst war der Vater der späteren Klägerin am Telefon und reichte den Hörer an seine Tochter weiter. Diese sagte folgendes:

„Ich bin heute Nacht vergewaltigt worden und weiß nicht, was ich tun soll“.

Auf die folgende Frage von wem, sagte das mutmaßliche Opfer:

„Von meinem Freund“.

Die Kripobeamten gaben vor dem Landgericht an, dass die Frau rund vier Wochen später zwei Mal vergeblich versuchte, Kachelmann per Handy in Vancouver anzurufen, wo Kachelmann an Ort und Stelle das Wetter bei den Olympischen Winterspielen moderierte. Als Grund hierfür gab die Frau bei ihrer Vernehmung an, sie habe prüfen wollen, ob Herr Kachelmann sich noch in Vancouver befinde.

Die Polizisten riefen den Aussagen zufolge im Laufe ihrer Ermittlungen den MDR-Sportchef Wolf-Dieter Jacobi in Vancouver an und erkundigten sich über Kachelmanns Gemütszustand. Zur Antwort hätten sie erhalten, obwohl Kachelmann „ein schwieriger Mensch“ sei, wirkte sein Gemütszustand „eher positiv“.

Zeitgleich zu Kachelmanns Rückkehr seien acht Kripobeamte am Flughafen Frankfurt im Einsatz gewesen. Diese hätten Kachelmann bei der Gepäckausgabe und der herzlichen Begrüßung „einer“ Freundin beobachtet. Jörg Kachelmann sei aber erst auf einem Parkdeck verhaftet worden.

Auf dem zuständigen Revier habe Jörg Kachelmann dann seinen Rechtsbeistand angerufen und informiert, dass er festgenommen worden sei. Es gehe um den Vorwurf der Vergewaltigung.

Zum zweiten Verhandlungsauftakt hatten die Strafverteidiger Kachelmanns die Teilnahme von mehreren Gutachtern am Prozess beantragt. Diese wollen beweisen, dass sich das mutmaßliche Opfer die Verletzungen selbst zugefügt habe. Deshalb sei sie nicht glaubwürdig.

Dies ließ aber das Gericht aus Gründen der Verfahrensfairness nicht zu.

 

Hierzu erklärte die Staatsanwaltschaft, dass sie die Gutachter für befangen halten und die Staatsanwaltschaft werde zu gegebener Zeit entsprechende Anträge stellen.

Der Kachelmann- Prozess geht am nächsten Mittwoch in die nächste Runde.

 


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