Von Mark Read 0

Kachelmann-Prozess: Ex- Geliebte beendet ihre Aussage vor Gericht


Im Vergewaltigungsprozess gegen Wettermann Jörg Kachelmann vor dem Landgericht Mannheim wurde heute die Aussage des mutmaßlichen Opfers abgeschlossen. Nach einer insgesamt 20-stündigen Vernehmung wurde die Hauptzeugin aus dem Zeugenstand entlassen.

Die Verteidiger Kachelmanns und die Staatsanwaltschaft bewerteten die Aussagen der Frau sehr unterschiedlich. Kachelmann- Anwalt Reinhard Birkenstock sagte:

 

„Meines Erachtens hat die Vernehmung uns dem Ziel der Rehabilitierung von Herrn Kachelmann sehr viel näher gebracht“.

Dieser subjektiven Einschätzung widersprach Staatsanwalt Lars-Torsten Oltrogge jedoch:

„Ich halte das für Wunschdenken“.

Vier Tage lang sagte das 37-jährige mutmaßliche Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Die Zuschauer und Journalisten konnten nur einen kurzen Eindruck von der Hauptzeugin gewinnen, denn meistens schlossen sich für die Öffentlichkeit die Türen. Was sie genau an den vier Tagen im Einzelnen aussagte, liegt für die Allgemeinheit im Dunkeln. Deshalb sind Beurteilungen, ob die Aussage nun zu einen Freispruch oder zu einer Verurteilung Jörg Kachelmanns führt, reine Spekulationen.

Am Nachmittag des heutigen Prozesstages vernahm die 5. Strafkammer des Mannheimer Landgerichts den Heidelberger Traumatologen Professor Günter Seidler. Seidler ist gleichzeitig auch seit dem Frühjahr der Therapeut des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers. Er sollte zur angeblichen Traumatisierung der Hauptzeugin aussagen.

Hintergrund sind die umstrittenen Gedächtnislücken der Ex- Geliebten Kachelmanns zu Einzelheiten der mutmaßlichen Vergewaltigungstat, die der Therapeut mit ihrer Traumatisierung erklärt. Die Öffentlichkeit wurde abermals bei der Vernehmung des Traumatologen Professor Günter Seidler ausgeschlossen. Sowohl der Anwalt der Nebenklägerin als auch Herr Seidler hatten dies so beantragt, weil Tatsachen aus dem persönlichen Lebens- und Intimbereich des mutmaßlichen Opfers erörtert würden.

Die These, dass Zustände von Todesangst Gedächtnislücken auslösen, wird vor dem Landgericht Mannheim von anderen Sachverständigen bestritten.

Somit sind Gutachter-Streitigkeiten im Kachelmann-Prozess noch reichlich zu erwarten. Das Mannheimer Gericht hat vier Sachverständige mit dem Fall beauftragt, und Wettermoderator Kachelmann hat weitere fünf Gutachter mit dem Fall beauftragt.

Der Prozess soll noch bis zum 21. Dezember 2010 andauern.

 


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