Von Mark Read 0

Kachelmann-Prozess avanciert zur „Schmierenkomödie“


Gestern war nun schon der 26. Verhandlungstag vor dem Mannheimer Landgericht im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann. Die taktische Vorgehensweise des Promi- Kachelmann- Verteidigers Johann Schwenn und der gesamte Prozess avanciert langsam aber sicher zu einer „Schmierenkomödie“. Es bleibt brisant und weiterhin turbulent - und ein Prozessende ist noch lange nicht in Sicht! Jetzt soll sogar noch Alice Schwarzer als Zeugin aussagen…

Am Donnerstag wurde erneut der Therapeut Günter Seidler in den Zeugenstand berufen. Der Therapeut, der das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer seit Wochen psychologisch betreut, wurde zuvor schon zwei Tage lang vor dem Mannheimer Landgericht intensiv befragt. Die Befragung fand jedoch bisher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Begründung: die Therapiegespräche gehören zum Persönlichkeitsbereich der Nebenklägerin.

Jetzt aber plädierte plötzlich Anwalt Johann Schwenn darauf, den Therapeuten Seidler in einer öffentlichen Sitzung zu befragen! Das Mannheimer Gericht zeigte sich zunächst verwirrt und unschlüssig. Um 15:00 Uhr entschieden sich die vorsitzenden Richter jedoch gegen diese plötzliche Forderung. Abermals mussten die Zuschauer den Gerichts- Saal räumen. Obwohl die „Meute“ zunächst lautstark ihren Missmut darüber äußerte, nahmen sie die richterliche Entscheidung jedoch hin.

Dann kam der Höhepunkt des gestrigen Prozesstages: Kachelmann- Verteidiger Schwenn forderte doch tatsächlich das Landgericht Mannheim dazu auf, Alice Schwarzer als Zeugin zu laden. Alice Schwarzer soll nach den Angaben Schwenns mit dem Therapeuten Günter Seidler kooperiert haben. Die bekannte Frauenrechtlerin Alice Schwarzer hatte dem Vergewaltigungsprozess bisher als „Bild“-Journalistin beigewohnt und darüber berichtet. Frau Schwarzer war sichtlich über Schwenns Beschuldigung empört- erstrecht aber, als sie des Saales verwiesen wurde. Hinsichtlich ihrer richterlichen Saalverweisung erklärte das Mannheimer Gericht folgendes: Frau Schwarzer darf der Verhandlung nicht mehr beiwohnen, bis geklärt sei, ob sie als Zeugin überhaupt zur Disposition steht.

Der nächste Prozesstag ist für den 9. Februar anberaumt. Weitere 16 Prozesstage sind vorerst geplant. Dann erst wird das Landgericht Mannheim sein Urteil sprechen.


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