Von Nils Reschke 0
Alles nicht geklaut

Justin Biebers schlechter Scherz: PR statt Diebstahl

Kennt ihr noch den Song von den Prinzen, die einst „Das ist alles nur geklaut“ sangen? Nun, im Falle von Justin Bieber müsste man diese Liedzeilen nun umtexten in „Das ist alles nicht geklaut. Das ist alles doch noch meines.“ Und das Teenie-Idol bewegt sich dabei auf einen ganz schmalen Grat.


Aber der Reihe nach. Am Freitag machte eine Meldung über Justin Bieber schnell die Runde. Den Medien sei Dank. Laptop und Kamera des Sängers seien gestohlen worden. Bieber echauffierte sich darüber auch auf Twitter – wohlwissend, dass solch ein Tweet natürlich schnell die Runde macht. Sogar der potenzielle wie mysteriöse Dieb mit dem Nickname „gexwy“ tauchte auf, drohte dem Sänger mit der Veröffentlichung von privaten Fotos und Videos. So weit, so schlecht – sollte man meinen.

Und jetzt? Entpuppt sich alles als ein einziger Bluff, Fake, Justin Bieber würde es Spaß nennen. Denn das neue Video „Beauty And A Beat“ ist auf Youtube erschienen. Mit an Bord: die Rapperin Nicki Minaj. Das Video beginnt rund 40 Sekunden lang mit wahllos zusammengestellten Video-Schnipseln von Justin Bieber und gaukelt da noch vor, es könnte sich um das vermeintlich gestohlene Privatmaterial handeln. Doch dann folgt die Aufklärung: „Written, directed and shot by Justin Bieber!“ steht da auf einer Tischtennisplatte gekritzelt – und dann grinst der Teeniestar in die Kamera und singt los. Es war also alles nur ein PR-Gag. Ein raffinierter hinzu, denn es brauchte noch nicht einmal 24 Stunden, da wurde der Video-Clip bereits nahezu fünf Millionen Mal geklickt.

Die ersten Fans jubilieren schon. Justin Bieber habe den Medien und ihrer Sensationsgier den Spiegel vorgehalten. Ganz unrecht haben sie damit vielleicht nicht. Viel gefährlicher aber: Wer glaubt Justin Bieber nun, sollten ihm tatsächlich wichtige und private Dinge gestohlen werden? Kein Mensch mehr wird dem Kanadier Glauben schenken. Dass einige unserer Kollegen die ganze Sache als einen „großen Spaß“ bewerten, ist eher ein schlechter Scherz. Bieber ist populär genug, um seinen Unmut über Medien anders zum Ausdruck zu bringen als ausgerechnet mit PR für einen neuen Song und um auf Youtube alle Rekorde zu brechen. Das hätte er überhaupt nicht nötig gehabt. In der Vergangenheit betonte Justin Bieber immer wieder, er wolle reifer wirken, sei eben auf dem Weg, ein erwachsener Mensch zu werden, sei kein Teenager mehr. Diese Aktion beweist aber eher das Gegenteil.


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