Von Olga Lügenscheidt 0
Unsere Modekolumne

Just Do It With Style, Honey

Unsere Modekolumnistin Olga Lügenscheidt nimmt ab sofort exklusiv im Promipool die Kleidungssünden der prominenten Glitzerwelt unter die Lupe. Knallhart, unbestechlich und fast nicht subjektiv. Willkommen bei "Le style fatal"!


An alle unglücklichen Bridget Jonesʼ, aussortierten Mark Terenzis und biestigen Kelly Osbournes da draußen: seid gefasst, atmet tief durch und blickt der Tatsache ins Auge, dass ihr hier nichts zu lachen haben werdet. Es wird vor keinem entarteten Künstler Halt gemacht, keine Geschmacksverirrung oder Modesünde soll hier vergessen werden. Denn wenn man schon als vermeintliche Prominenz mit seinem Leben in der Öffentlichkeit stehen muss und die Klatschblätter von vorne bis hinten mit allerhand wichtigen Ohrläppchen-OPs vollquatscht, dann sollte uns auch nicht das Vergnügen genommen werden, uns über die zutiefst peinlichen und zu oft gesichteten Outfits belustigen zu dürfen.

Wer so viel Geld hat und es für Cristal Champagner, Juicy Couture oder echte venezianische Seidenbettwäsche ausgeben kann, sich also mit allem reichlich beschenkt, um sein eigenes Ego zu feiern, und kein bisschen Stilgefühl an den Tag legt – tut mir leid, aber sich in alles zu pressen, was Size Zero ist, bedeutet einfach nicht Haute Couture zu verkörpern. Natürlich stelle ich gar nicht in Abrede, dass man nicht mal einen Bad-Hair-Day haben kann oder vergessen hat, sich die Fußnägel zu lackieren. Es geht vielmehr um die Selbstverständlichkeit für einen Modegeschmack, der den Schönen und Reichen immer zu Füßen gelegt wird, eigentlich aber ganz und gar nicht anwesend ist. Geld bedeutet keine Extravaganz. Und Extravaganz bedeutet nicht unbedingt Feingefühl in Sachen Fashion.

Wo bleibt die Individualität? Die Natürlichkeit? Ist es nicht so, dass mit Make-up zugekleisterte Gesichter, die von dem ganzen Botox sowieso zu keiner einzigen Mimik mehr im Stande sind, zu weilen mehr schockieren, als dass sie Nachahmer finden? Lacht man sich nicht eher halb tot, wenn man die Osbourne sieht, wie sie sich über Kate Middleton aufregt und mit ihrer gefakten, toupierten blonden Marilyn-Monroe-Perücke einen auf Glamour macht? Ist man nicht immer wieder erstaunt über Jessica Simpsons Jo-Jo-Diäten, die jedes Mal in einem Kilo-Fiasko enden, also nach hinten los gehen und die einstige Popsängerin dazu verurteilen, wieder eine neue Garderobe kaufen zu müssen? Lustigerweise haben die Stars doch nichts anderes zu tun – nicht mal singen müssen sie, um wirklich erfolgreich zu sein – als vor ihrer Haustür gut auszusehen. Und leider schafft das nur ein kleiner Bruchteil der unglaublichen Masse an prominenten Menschen. Aber weinen wir nicht über die Unfähigkeit der Stars, sich gekonnt anzuziehen, sondern freuen wir uns lieber, jeden Tag etwas mehr zum Lachen zu haben!

So viel zu viel geredet. Worauf es ankommt ist Stil, und den werd ich in dieser Kolumne sehr genau unter die Lupe nehmen. Wer ein bisschen schwarzen Humor verträgt, über sich selbst lachen kann und sich gerne über reiche Schnösel lustig macht, der ist herzlichst eingeladen, meine Texte zu lesen und mit einem Schmunzeln auf den Lippen den restlichen Tag verleben.

Because everything you do, my darling, has to be done with style…


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