Von Nils Reschke 0
Klinsi feiert seinen 49.

Jürgen Klinsmann: Zum Geburtstag gibt's den "Gold Cup"

Jürgen Klinsmann war stets der Mann, der gute Laune verbreitete. Nur nicht bei den gegnerischen Fans. Denn seine Mission hieß stets: Tore schießen.

Jürgen Klinsmann bei der WM 2006

Schöne Erinnerung: Klinsi als Nationaltrainer bei der WM 2006

(© Getty Images)

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Seine US-Boys servierten ihm ein besonders schönes und vorgezogenes Geburtstagsgeschenk: Zum ersten Mal seit 2007 holten die Fußballer der Vereinigten Staaten endlich mal wieder den Gold Cup, so etwas wie die EM in Nord- und Mittelamerika.

Nationaltrainer Jürgen Klinsmann hat es damit seinen Kritikern endgültig gezeigt. Viel wurde herumgenörgelt am Job des US-Coaches. Doch mit Klinsmann feierten die USA mittlerweile elf Siege in Serie. Da lässt es sich besonders gut seinen 49. Geburtstag feiern. Happy Birthday, Klinsi!

Es gab mal Zeiten, da ließen Trainer eine Fußballmannschaft noch mit zwei echten Mittelstürmern auflaufen. In der deutschen Nationalmannschaft bildeten Jürgen Klinsmann und Rudi Völler viele Jahre solch ein erfolgreiches Duo. Und was passiert, wenn dem einen Stürmer der andere Angreifer quasi weggenommen wird, davon durften sich Fans 1990 selbst ein Bild machen.

Rudi Völler sah im WM-Achtelfinale nach der Spuck-Attacke von Frank Rijkaard den Roten Karton. Jürgen Klinsmann machte allein auf weiter Flur das Spiel seines Lebens, traf auch zum 2:0. Es gibt nicht wenige Menschen, die behaupten, dass dies Klinsis bestes Match gewesen sei auf dem Weg zum deutschen Weltmeistertitel.

Fußballer des Jahres auf der Insel

Zu dieser Zeit kickte Jürgen Klinsmann schon für Inter Mailand und wurde in Italien heiß und innig geliebt. Aus der Bundesliga hatte er sich zuvor vom VfB Stuttgart als Bundesliga-Torschützenkönig verabschiedet. 1992 wechselte er zum AS Monaco, wesentlich schillernder verlief aber seine nächste Station bei Tottenham Hotspur auf der englischen Insel.

Erst als Schwalbenkönig verschrien, antwortete Klinsmann auf seine ganz eigene Art: Bei einer Pressekonferenz erschien er mit einer Tauchermaske, da das englische Wort für Schwalbe „Diver“, also Taucher, heißt. Und auch einen Torjubel revolutionierte er, in dem er sich langgestreckt auf den Rasen schmiss. Das wurde später von so manchen Torschützen kopiert. Jürgen Klinsmann flogen so die Herzen der Fans regelrecht zu. 150.000 Trikots wurden mit seinem Namen bei Tottenham verkauft, am Ende wurde Klinsi sogar zu Englands Fußballer des Jahres gewählt.

Jürgen Klinsmann war eben immer auch der Strahlemann, auch wenn er später nach einer Auswechslung beim FC Bayern München eine Werbetrommel wutentbrannt eintreten sollte. Doch mit den Bayern holte er auch unter anderem den UEFA-Cup.

Irgendwann dann wurde es ruhiger um seine Person – bis ihn der DFB als Nationaltrainer zurück holte. Und was dann 2006 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land geschah, wissen wir alle. Mit seiner Leidenschaft und seinem grenzenlosen Optimismus machte er aus der WM ein wahres „Sommermärchen“, von dem wir noch unseren Enkeln erzählen werden, auch wenn Deutschland am Ende „nur“ Dritter wurde. Jürgen Klinsmann bleibt eben auf ewig der Gute-Laune-Klinsi. Alles Gute zum 49.!


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