Von Stephanie Neuberger 0
Nicht sehr königlich

Juan Carlos von Spanien: Der Skandal-König

Nachdem ich letzte Woche darüber sprach, warum der deutsche Adel einen schlechten Ruf hat, schaue ich diesmal über die Landesgrenzen hinaus und blicke nach Spanien. Denn die sind derzeit auch alles andere als glücklich mit ihrem König Juan Carlos. Geld, Jagd und Frauen machen es dem Monarchen schwer.


König Juan Carlos stolpert derzeit von einem Skandal in den nächsten. Keine großes Fettnäpfchen lässt der Monarch aus. Nachdem er stürzte und sich die Hüfte brach, musste der König von Spanien eingestehen, dass der Sturz nicht in den heimischen vier Wänden passierte, sondern in Botswana. Dort war Juan Carlos auf Elefantenjagd. Auf dieses Thema werde ich nicht genauer eingehen, weil ich mich sonst in Schimpfereien verstricken würde. Aber ich bin nicht die einzige, die diese Reise unmöglich findet. Der Ehrenpräsident des spanischen Sektors vom Tierschutzverein WWF jagt Dickhäuter. Ein Hohn und dermaßen absurd, dass die Tierschützer zu Recht fordern, ihm die Ehrenmitgliedschaft abzuerkennen. Aber es sind nicht nur die Tierschützer, die sich ärgern, sondern viele Spanier sind enttäuscht, dass der König in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit einen teuren Urlaub macht.

Nachdem dieser Skandal durch eine öffentliche Entschuldigung gemildert wurde und die Mehrheit der Spanier ihrem Monarchen verzeiht haben, brach ein neuer Skandal über das Königshaus herein. Hat der 74-jährige etwa eine Affäre? Medien berichten, dass Juan Carlos einen Beziehung zur deutschen Prinzessin Corinna zu Sayn-Wittgenstein haben soll. Dass dürfte seiner Frau gar nicht gefallen und seinem Volk auch nicht. Ob etwas an den Berichten dran ist oder ob sie nur entstehen, weil der König derzeit sowieso unter Beschuss steht, weiß ich nicht. Allerdings schlägt sich das spanische Königshaus derzeit mit zu vielen Skandalen herum, als es für eine Monarchie gut ist. Denn man darf nicht vergessen, dass heute das System einer Monarchie mit einem König oder einer Königin nur aus Tradition akzeptiert und respektiert wird. Verliert das königliche Haupt das Vertrauen wird sofort darüber diskutiert, ob die Monarchie noch einen Sinn hat. Eine mächtige Macht über das Volk hat ein König schon lange nicht mehr. Die Mitglieder der Königsfamilie sind Personen des öffentlichen Lebens, die genau auf ihr Image achten müssen. Dass von Juan Carlos bröckelt nicht mehr nur, sondern ist kurz davor in Schutt und Asche vor seinen Füßen zu liegen.

Auch ich hege mittlerweile Zweifel, ob Spaniens Monarch sich aus dieser nennen wir sie mal misslichen Lage herausmanövrieren kann. Ich teile die Meinung vieler Spanier, dass König Juan Carlos über seine Abdankung vom Thron nachdenken sollte. Vielleicht ist es an der Zeit, dass Prinz Felipe den Posten übernimmt. Der Kronprinz könnte zusammen mit seiner Frau Letizia und seinen Kinder eine neue Ära einläuten. Die Skandale von Juan Carlos würden verblassen und Felipe dem traditionellen Königshaus einen modernen Glanz verleihen. Und wenn wir ehrlich sind, erledigt der Kronprinz heute schon sehr viele Aufgaben und Termine des Königs. Denn während dieser sich beim Jagdausflug die Hüfte bricht, muss Felipe die Fehler seines Vater in der Öffentlichkeit ausbügeln. Dann kann er auch gleich den Job als König bekommen.


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