Von Mark Read 0
"Immer wieder weiter"

Jon Flemming Olsen von Texas Lightning wandelt auf Schlager-Solopfaden

Dieser Mann ist ein Tausendsassa: Als Ingo begeistert er neben Olli Dittrich seit Jahren in „Dittsche“ das TV-Publikum und mit seiner Band „Texas Lightning“ galoppierte er mit „No No Never“ bis zum Eurovision Song Contest nach Athen und in die deutschen Charts für Wochen auf Platz Eins. Jetzt singt er auf deutsch.

Jon Flemming Olsen begeistert seit Jahren im Hintergrund das TV-Publikum. Den Vordergrund überließ er zunächst Oli Dittrich. Bei Dittsche spielt er den Kneipenwirt „Ingo“ und mit seiner Band „Texas Lightning“, bei der ebenfalls auch Olli Dittrich dabei war, eroberte Deutschland entgegen des Titels „No No Never“ im Sturm. Als „Fritten-Humboldt“ bereiste er die Imbissbuden der Republik und wurde mit seinem kurzweiligen Expeditionsbericht anschließend unverhofft zum Bestseller-Autor.

"Immer wieder weiter" mit viel Herzblut

Jetzt hat das Multitalent eine schlagereske Platte herausgebracht. „Immer wieder weiter“ enthältnicht nur ein besonders Musikerlebnis von der ersten bis zur letzten Note, sondern auch ein einmalig liebevoll gestaltetes Cover. Mit viel Liebe zum Detail wurden hier nicht nur die Stücke auf dem Album arrangiert, sondern auch die Verpackung. Schon vor dem Hören sieht man: Da steckt Herzblut drin.

Beim Hören der Platte verstärkt sich dieser Eindruck nur noch. Es klingt neu, frisch und unverbraucht, was einem dort entgegen tönt. Lieder vom Aufbruch und von der Einkehr, Humorvolles trifft auf Introvertiertes, Eigenes auf Bekanntes. Während letztere zum Tanzen oder Schmunzeln einladen, gehen seine eigenen Songs in die Tiefe und regen so zum Nachdenken an.

Olsen zeigt viele Facetten

So verwandelt sich The Sweets „Ballroom Blitz“ zu „Karl-Heinz Schmitz“, der Disco-Kracher „Blame it on the Boogie“ in das verblüffend komische „Deine Mutti“ - ganz ohne Drums und Horn-Section. Sein eigenes „Tanz durch den Müll“ beschäftigt sich weniger mit Umweltverschmutzung als viel mehr mit emotionalem Ballast.

Aber der Clou am Album ist seine „back to the roots“-Mentalität. Frei von Synthesizern glänzen die Nummern – wie schon gesagt auf Deutsch. Aber warum? Jon Flemming Olsen gibt die Antwort selbst: „Es war eine der größten Überraschungen meines Lebens, zu merken, dass ich das konnte: deutsche Songs schreiben. Bislang hatte ich immer nur auf Englisch getextet. Dabei ist es ein großartiges Gefühl, wenn die gesungenen Zeilen nicht mehr nur eine lautmalerische Kulisse sind, sondern direkt verstanden werden. Die Reaktion steht den Leuten ins Gesicht geschrieben, vom Lachen bis zur Träne im Augenwinkel.“

Fazit: Neue deutsche Musikdimension, aber Vorsicht: Es ist anders! Es macht süchtig. Es ist „Nicht Amerika“ und auch kein deutscher Pop-Kommerz.


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