Von Mark Read 0
Enfant terrible wieder da

John Galliano: Zurück zu Dior?

Er gilt als einer der besten und zugleich skurrilsten Modeschöpfer der Welt. Mit seinen Mode-Kreationen setzte er in der Modewelt ein Zeichen. Doch nach seinem Blackout im Februar 2011, als er in Paris mehrere Leute rassistisch beschimpfte, folgte negative Presse über John Galliano sowie dessen Rauswurf bei Dior.


Nun musste sich der Brite vor einem Pariser Gericht aufgrund des erwähnten Vorfalls äußern. Der Modeschöpfer erklärte der Richterin, dass er seit vielen Jahren an Suchtproblemen leiden würde. Außerdem plagen ihn psychische Störungen, die ebenso eine Ursache für die geschilderten antisemitischen Äußerungen darstellen, berichtete er. Demzufolge prangerte Galliano an, dass er niemals ein Rassist gewesen sei.

Die Richterin schenkte den Aussagen des Briten Glauben und entschied, dass er 6000 Euro Strafe zahlen müsste, falls er innerhalb der kommenden fünf Jahre straffällig werden würde.

Wie es jedoch nun mit der Karriere im Mode-Business weitergehen soll, ist noch ungewiss. Kein Unternehmen möchte gerne einen Designer beschäftigen, der durch Äußerungen wie "I love Hitler" in den Medien war. Doch Galliano bittet zutiefst um Vergebung.

Trotz der negativen Presse in den letzten Monaten scheint sein positiver Ruf in der Branche noch zu bestehen. Claus-Dietrich Lahrs, der Chef des Modelabels Boss, beschrieb den Briten vor kurzem mit den Worten: "Galliano ist ein großer Künstler."

Um seine Krankheiten zu bekämpfen, begab sich Galliano bereits vor Jahren in eine Suchttherapie, die allerdings den Nebeneffekt hatte, dass der Brite Tabletten schluckte, von denen er abhängig wurde. "Mein Körper gewöhnte sich daran", berichtete er vor Gericht und beschrieb somit seine Tablettensucht. Als Ursache für die Sucht merkte er zudem den Tod seines Lebensgefährten Steven Robinson im Jahr 2007 an, mit dem er bis heute nicht klar kommen würde.

Branchenexperten gehen jedoch nicht davon aus, dass Galliano wieder zu Dior zurückkehren wird. Die antisemitischen Äußerungen, die der Modeschöpfer tätigte, bezeichnete das Unternehmen als besonders abscheulich und absolut untragbar. Die Zukunft der gleichnamigen Marke des Designers "John Galliano", an der Dior mit mehr als 90 Prozent beteiligt ist, scheint ungewiss. Spekulationen zufolge forciert Dior den Verkauf seiner Anteile.


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