Von Sabine Podeszwa 0
Musikkolumne!

John Frusciante: Erstes Lebenszeichen ohne die Red Hot Chili Peppers

Als ehemaligen Gitarristen der Red Hot Chili Peppers, der zudem maßgeblichen Anteil an den größten Hits der Band hat, könnte man John Frusciante einfach auf genau diesen Alternative-Funkrock reduzieren für den die Chili Peppers bekannt sind. Doch weit gefehlt. Der Mann ist ein Multitalent, der sich mit seiner neuen EP „Letur-Lefr“ in völlig neue Sphären wagt!


Eins direkt vorweg: Wer bei „Letur-Lefr“ auf den altbekannten Frusciante-Stil hofft, der ihn und auch die Red Hot Chili Peppers berühmt gemacht hat, der wird auf dieser EP kaum finden wonach er sucht. Das was der Mann am besten kann, nämlich Gitarre spielen, findet man auf „Letur-Lefr“ nur selten. Stattdessen findet man Elektro-Pop und Synthesizer, die für ein komplett neues Frusciante-Erlebnis sorgen. Wäre nicht schon im Vorfeld angekündigt worden, dass Frusciante sich ins Elektro-Metier vorwagt, wäre ich mit dieser EP eiskalt erwischt worden. So bin ich zwar immer noch überrascht, aber nicht völlig perplex. „Letur-Lefr“ mischt Elektro-Elemente mit Hip Hop, Trip Hop und Vocalgesang und überrascht immer wieder mit plötzlichen Melodienänderungen. Für eingefleischte John Frusciante- Fans, die seine Experimentierfreude zu schätzen wissen und ihn als Musiker nicht in eine Schublade stecken, mag die EP ein wahrer Leckerbissen an musikalischer Innovation sein. Jeder andere guckt vermutlich in die Röhre.

„In your Eyes“ ist ein Elektro-Song mit poppigen Vocals und einer einprägsamen Melodie, die das Zeug zum Ohrwurm hat. Im Grunde ein guter Song, der allerdings mehrfach von einer völlig anderen Melodie unterbrochen wird, was ich als sehr störend empfinde. „909 Days“ erinnert teilweise an die Synthi-Könige Depeche Mode und „FM“ ist ein reiner Hip Hop Song mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann. „Glowe“ und „In my Light“ überzeugen dahingegen durch angenehme Elektroklänge, die trotz Melodiesprüngen stimmig und harmonisch wirken.

Abschließend ist zu sagen, dass John Frusciante hiermit eine interessante EP abgeliefert hat, auf die man sich einlassen muss, um sie zu mögen. Im September kommt dann sein neues Album „PBX Funicular Intaglio Zone“, auf dem man weitere seiner Musikkreationen hören darf.


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