Von Nils Reschke 1
Fazit des Bundestrainers

Jogi Löw erinnert an Robert Enke:„Schwierigste Phase meiner Amtszeit“

Als Deutschland 2006 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land sein Sommermärchen feierte, war er noch die rechte Hand von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, den er anschließend in Amt und Würden beerbte.


Bei der WM 2010 begeisterte die deutsche Fußballnationalmannschaft unter Joachim Löw mit tollen Spiel. Nur zu einem Titel reichte es ebenso wenig wie bei der EM 2012 im vergangenen Sommer. Und weil das so ist, bläst Jogi Löw ein rauer, scharfer Wind ins Gesicht. In der Bild am Sonntag sprach der deutsche Bundestrainer jetzt über das abgelaufene Jahr und dem Druck, der auf ihm lastet – stärker denn je.

Als Schulnote würde Löw seinem Team ein „gut“ geben. Selbstkritisch räumt der Bundestrainer ein, dass ohne einen Titel ein „sehr gut“ nicht angemessen wäre. Dann ergänzt er noch schnell: „Aber in ein EM-Halbfinale einzuziehen und weiterhin die Nummer Zwei in der Welt zu sein, ist trotz allem nicht so schlecht.“

Joachim Löw ist kämpferischer, ein wenig aggressiver in seinem Umgangston geworden nach all der Kritik, die auf ihn einprasselte. Er habe damit erst lernen müssen, so wie er lange Zeit gebraucht habe, das schmerzhafte 1:2 im EM-Halbfinale gegen die Italiener zu verdauen. Kritik gehöre dazu, nur müsse man auch lernen, selbige zu differenzieren. Also bleibt der Traum vom großen Titel. Die nächste Gelegenheit hat die deutsche Mannschaft dazu bei der WM 2014 in Brasilien.

„Da müssen wir mit allen Möglichkeiten arbeiten, jeden Tag, jede Stunde nutzen, um uns optimal vorzubereiten“, sagt der Bundestrainer. Trotz allem: 2012 empfand Löw nicht als sein härtestes Jahr. Denn er weiß genau, dass solch ein Job nicht nur aus Sieg und Niederlage besteht: „Schwierig waren die Tage und Wochen, als sich Robert Enke 2009 das Leben genommen hat. Das war die schwierigste Phase meiner Amtszeit.“

Als guten Vorsatz für 2013 hat Jogi Löw sich vor allem Folgendes gesetzt: „Alles dafür tun, dass sich Deutschland auf die WM 2014 freuen kann. Deshalb beginnt jetzt die Vorbereitung auf die WM. Damit wir nicht die Fehler machen, die wir bei der EM gemacht haben. Dass wir auf Unwägbarkeiten reagieren.“


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