Von Mark Read 0

Jörg Kachelmann: Prozess zum Auftakt schon vertagt!


Jörg Kachelmann muss sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der schweren Körperverletzung vor Gericht verantworten. Heute sollte der Prozess des Jahres gegen den „Wetterfrosch“ beginnen. Doch gleich unmittelbar nach Verhandlungsbeginn wurde der Prozess wegen angeblicher Befangenheit zweier Richter vertagt.

Mit Spannung wurde Jörg Kachelmann heute Morgen vor dem Landgericht Mannheim erwartet. Doch Wettermann Kachelmann hatte wohl keine Lust auf den Medienrummel. Er versuchte sich mit seiner Anwältin Andrea Combé durch die Tiefgarage ins Gericht zu schleichen. Trotzdem erwischte man Kachelmann, und er verdeckte sein Gesicht vor den laufenden, neugierigen Kameras. Der angeklagte Wetterfrosch erschien im dunklen Anzug akurat gekämmt. Mit seinen beiden Anwälten Andrea Combé und Dr. Reinhard Birkenstock nahm er dann im Gerichtssaal Platz.

Gleich zum Auftakt der Hauptverhandlung vor der 5. Großen Strafkammer in Mannheim wurde anschließend die Anklage verlesen. Die Anklage wirft dem Schweizer Jörg Kachelmann eine besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor.

Zu Beginn des Prozesses gab man dem Angeklagten das Wort. Dieser wurde zu seinem Lebenslauf befragt und danach zu den einzelnen Vorwürfen. Ob er dazu Stellung nehme oder nicht, stand Jörg Kachelmann frei. Es stand dem Moderator ebenfalls frei, eine Erklärung durch seine Verteidiger verlesen zu lassen. Anwesend im Mannheimer Landgericht waren 85 Zuschauer und 48 Journalisten, die den Prozess live verfolgen durften.

Es war kaum anders zu erwarten - der Prozess nahm gleich am ersten Tag ein schnelles, jedoch nur vorläufiges Ende. Kurz nach Verhandlungsbeginn wurde die Verhandlung sofort wieder vertagt. Sie soll nun am 13. September 2010 fortgesetzt werden. Die Anwälte von Jörg Kachelmann hatten noch am selben Morgen ihre Befangenheitsanträge gegen zwei der zuständigen Richter der Kammer gestellt. Die Begründung war unter anderem, dass der Richter Seidling im Nachbarort der Klägerin wohnt. So könne Seidling die Klägerin und ihre Familie kennen.

Die wichtige Vernehmung der sechs geladenen Zeugen soll in der nächsten Woche beginnen. Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer wird jedoch erst zu einem späteren Termin während der letzten Prozesstage vorgeladen werden. Das wird dann frühestens der 13. Oktober sein. Der Verhandlungszeitraum ist zunächst einmal bis zum 27. Oktober 2010 angesetzt.

Im Fall der Verurteilung im Sinne der Anklage droht dem Wettermann Kachelmann eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren. Damit wäre seine Karriere dann endgültig ruiniert.


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