Von Mark Read 0

Jörg Kachelmann: keine Änderung der Aussage


Gestern war der zweite Verhandlungstag gegen den wegen angeblicher Vergewaltigung einer seiner langjährigen Geliebten in die Schlagzeilen geratene Wetterfrosch Jörg Kachelmann.

Kachelmann bleibt beharrlich bei seiner Aussage. Das „Grinsen“ ist dem Moderator jedoch mittlerweile vergangen. Er hat wohl inzwischen begriffen, dass die Sache ernst ist, und dass es um seine gesamte Existenz, Karriere und sein Ansehen geht. An Glaubwürdigkeit hat Jörg Kachelmann definitiv eingebüsst, denn durch den Vergewaltigungs- Vorwurf und seiner darauf folgenden Verhaftung auf dem Frankfurter Flughafen, kam unweigerlich ans Tageslicht, dass er mehrfache „unehrliche“ Beziehungen zu unterschiedlichen Frauen gleichzeitig unterhielt.

Am gestrigen Montag saßen sich der Wetterfrosch und das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer direkt gegenüber. Diesmal sah der Angeklagte sein mutmaßliches Opfer jedoch an. Um ihre Glaubwürdigkeit zu untermauern war die Radiomoderatorin aus Schwetzingen an beiden Verhandlungstagen beim Prozess gegen Kachelmann erschienen.

Gleich zu Anfang des zweiten Prozesstages verkündete der Anwalt Kachelmanns, Reinhard Birkenstock, dass sein Mandant keinerlei neue Erklärungen zu dem Vorwurf abgeben werde.

Der medienträchtige Prozess zog auch gestern viele Schaulustige in Mannheim an. Schon früh am Morgen, um 6:30 Uhr sammelte sich eine beträchtliche Menge an Menschen vor dem Gerichtsgebäude in Mannheim an. Jeder der Zuschauer wollte beim Prozess des Jahres dabei sein.

Der angeklagte 52-jährige Wettermann kam zwei Stunden später beim Mannheimer Landgericht in einem Taxi angefahren. Pünktlich, um 9:32 Uhr begann dann das Verfahren, in dem sich Moderator Kachelmann wegen des Verdachts der Vergewaltigung verantworten muss.

Gleich zu Beginn des gestrigen Verhandlungstags stellte Kachelmann- Anwalt Reinhard Birkenstock klar, dass Kachelmann an seiner Version der Ereignisse festhalten wird. Jörg Kachelmann werde auch in der Hauptverhandlung keine weiteren Statements dazu abgeben.

Nach der Verlesung der Anklageschrift gab es eine erneute Verhandlungs- Unterbrechung. Die Verteidiger beantragten ein so genanntes Rechtsgespräch, an dem das Gericht, die Staatsanwaltschaft und der Nebenklägervertreter teilnehmen sollen. In einem Rechtsgespräch werden weitere Verfahrenszüge erörtert.

Am Montag vor einer Woche wurde die Verhandlung bereits schon nach zwei Minuten vertagt. Kachelmanns Anwälte stellten Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter Michael Seidling und eine weitere Beisitzerin. Als Begründung brachte die Verteidigung unter anderem vor: Richter Seidling wohne im Nachbarort der Klägerin und könne daher sie und ihre Familie kennen.

Beide Befangenheitsanträge wurden zwischenzeitlich jedoch von nicht abgelehnten Richtern der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Mannheim und weiteren Richtern als unbegründet abgelehnt.

Jetzt wurde bekannt, dass die Anwälte Kachelmanns eine Reihe von Anträgen zum Verfahren gestellt haben. Am Montagnachmittag wollte das Mannheimer Landgericht zunächst darüber entscheiden, ob frühere Aussagen von Jörg Kachelmann gegenüber dem Haftrichter unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgelesen werden sollen.

Kachelmann- Anwalt Reinhard Birkenstock forderte das Gericht außerdem dazu auf, das mutmaßliche Opfer als erste Zeugin anzuhören. Weitere Ex- Geliebten Kachelmanns, die auch als Zeuginnen vor Gericht geladen sind, sollten auf Wunsch der Verteidiger wieder ausgeladen werden.

Hierzu die Begründung: Einige der Ex-Geliebten hätten sich schon in der Presse geäußert und seien somit für die Wahrheitsfindung nicht gerade dienlich. Auch das Zeugnisverweigerungsrecht brachte der Verteidiger Kachelmanns hierbei zur Sprache. Den anderen Frauen könne nicht zugemutet werden, intime Details aus ihrem Privatleben vor Gericht offen zu legen.

Der anklagende Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge sah das anders und widersprach diesem Anliegen:

„Es wird darauf ankommen, Erkenntnisse über den Angeklagten zu finden, der sich selbst nicht äußert“, erwiderte der Staatsanwalt auf das angekündigte Schweigen des Angeklagten Wetterfroschs.

Nachdem die Aussage, die Kachelmann seinerzeit bei der Polizei gemacht hatte, verlesen wurde, ging der gestrige Prozesstag zu Ende.

Am kommenden Mittwoch wird die Verhandlung gegen Jörg Kachelmann vor dem Mannheimer Landgericht fortgesetzt.

 


Teilen:
Geh auf die Seite von: