Von Nils Reschke 0
ESC 2012

Jetzt verspotten auch noch die Briten Ralph Siegels Facebook-Song

Wieso jetzt ausgerechnet die Briten über den bizarren Facebook-Song von Ralph Siegel spotten, der für San Marino beim Eurovision Song Contest an den Start gehen soll, bleibt ihr Geheimnis. Ihr letzter Erfolg liegt schließlich auch schon 15 Jahre zurück. Und im Vorjahr erreichte man nicht die Top Ten.


Wer den Schaden hat, braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen. Und angesichts des großen Rummels, den Ralph Siegels neuestes Werk schon im Vorfeld des Eurovision Song Contests genießt, stellt sich die Frage: Warum tut sich „Mister Grand Prix“ das überhaupt noch an? „Facebook Uh, Oh, Oh“ will er als kritisches Lied gegenüber den Sozialen Netzwerken, die unseren heutigen Alltag beherrschen, verstanden wissen. Die Briten haben davon auch Wind bekommen – und stellen die nächste Frage: „Is this the worst Eurovision song ever?“ Das schlechteste ESC-Lied aller Zeiten, hinterfragt „The Sun“.

Spontan fällt einem da ein weiteres Sprichwort ein: Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen. Denn die Briten schicken niemand anderes in den Eurovision Song Contest als Engelbert Humperdinck, hierzulande besser ohne Nachnamen, dafür aber für so manche Schnulze bekannt, die einem die Schuhe ausziehen. 76 Jahre ist Engelbert mittlerweile, aber den Briten fällt wohl nichts Besseres ein, um ihr Jahr für Jahr desaströses Abschneiden irgendwie zu stoppen. Jetzt soll es also Mister „Please Release Me“ für Großbritannien richten. Gut, dass das United Kingdom automatisch schon für die große Finalshow in Baku qualifiziert ist.

San Marino ist es jedenfalls nicht. Und deswegen soll Valentina Monetta mit „Facebook Uh, Oh, Oh“ erst das Publikum des Halbfinals, dann am 26. Mai beim Finale furioso in Baku beim Eurovision Sing Contest begeistern. Es gibt nur ein klitzekleines Problem: Die „European Broadcast Union“ bemängelt Schleichwerbung bei Ralph Siegels neuestem Werk, dessen Text er – zu Siegels Ehrenrettung sei das gesagt – allerdings nicht geschrieben hat. Der Song soll verändert werden, oder er darf erst gar nicht starten. Keine Spur also von „Ein bisschen Frieden“ zwischen den Verantwortlichen. Mal sehen, ob Ralph Siegel und seine Mitstreiter mit dem Facebook-Song noch die Kurve kriegen.


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