Von Andrea Hornsteiner 0
Skandal um Echo

Jetzt melden sich Frei.Wild zu Wort

Die Band soll rechtes Gedankengut in ihren Songtexten verarbeiten. Das sahen einige andere Bands als Anlass, von ihrer Echo-Nominierung zurückzutreten, falls Frei.Wild weiter nominiert bleibt. Nun spricht die Band erstmals über den Skandal.


Den Musikern von Frei.Wild wird rechts Gedankengut vorgeworfen. Nun äußert sich die Band zum ersten Mal selbst zu dem Skandal. Mittlerweile wurden sie übrigens von der Echo-Verleihung wieder ausgeladen, zu viele andere Bands drohten, ihre Nominierung nicht anzunehmen.

Gegenüber dem "Express" erklärte das Bandmitglied Philipp Burger, warum der Stolz auf seine Heimat, Südtirol, scheinbar so viele provoziert.

"Alle Südtiroler sind heimatnah und heimatverbunden, das ist in den Köpfen so drin", so der Musiker in einem Gespräch. Der Patriotismus der Band soll also aus Tradition heraus entstanden sein. Das wiederum sehen aber viele anders.

"Die Faschisten unter Mussolini haben die deutsche Sprache verboten, bis heute gibt's Faschisten, die die Autonomie Südtirols über die Brücke schmeißen wollen. Das schweißt uns zusammen."

Aber zwischen Patriotismus und rechtsradikalem Gedankengut liegt bekanntlich nicht viel. Philipp Burger aber denkt: "Wer einen Duden oder Wörterbuch hat, erkennt die Unterschiede zwischen Patriotismus, Nationalismus und Nationalsozialismus. Das Letzte ist überhaupt nicht denkbar."

 

Weiter erklärte er: "Nazis sind scheiße, da müssen wir überhaupt nicht diskutieren." Doch tatsächlich hat der Musiker eine rechtsradikale Vergangenheit hinter sich. "Da bin ich in eine falsche Szene geraten – habe aber nach drei Jahren gemerkt, wie scheiße das ist und habe wieder herausgefunden."

Dass gerade die Texte von Frei.Wild rechtsradikal sein sollen, versteht Philipp Burger nicht: "Wer das sagt, soll unseren ganzen Text hören. Wir haben nichts mit Nazis gemeinsam. Außer vielleicht: 'Mein Land ist schön'. Aber das sagt doch fast jeder. Dann müssten alle Volksmusik-Bands bei der NPD spielen. Das wäre auch ein Nährboden. Wir mögen Südtirol, verachten aber Extremismus."


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