Von Mark Read 0
Tod einer Ikone

Jazz-Legende Dave Brubeck stirbt kurz vor seinem 92. Geburtstag

Er war in den späten 50ern so etwas wie ein Popstar und schuf das erste Jazz-Album, das sich millionenfach verkaufte. Jetzt ist Klavierlegende Dave Brubeck verstorben - am Tag vor seinem 92. Geburtstag.


Gestern Abend ging die traurige Nachricht um die Welt: Jazz-Legende Dave Brubeck ist im Alter von 91 Jahren an Herzversagen verstorben. Er entschlief sanft im Norwalk Hospital im US-Bundesstaat Connecticut. Als wäre das nicht schon traurig genug, wäre er heute, einen Tag nach seinem Tod, 92 Jahre alt geworden.

Der 1920 geborene Pianist gründete im Jahr 1951 das legendäre Dave Brubeck Quartet, mit dem er acht Jahre später eines der berühmtesten Jazz-Alben aller Zeiten aufnehmen sollte: "Time Out". Die Platte verkaufte sich als Jazz-Album überhaupt über eine Million mal und enthält zahlreiche Stücke, die auch heute noch zum Standardrepertoire eines jeden aufstrebenden Pianisten zählen. "Take Five" oder "Blue Rondo a la Turk" sind selbst Musikhörern geläufig, die mit Jazz so rein gar nichts anfangen können.

1996 wurde Brubeck für sein Lebenswerk mit einem Grammy geehrt. Er tourte mit seinem Quartet, das ständig umbesetzt wurde, regelmäßig durch die Welt und gab bis vor kurzem noch Konzerte.

Neben seinem musikalischen Schaffen muss auch Brubecks politische Einstellung gewürdigt werden. In Zeiten der Rassentrennung in den USA engagierte er für seine Band mit Eugene Wright einen schwarzen Bassisten, der auch am Erfolgsalbum "Time Out" beteiligt war. Brubeck sagte mehrere Auftritte, auch im TV ab, weil sich die Verantwortlichten weigerten, einen Schwarzen auf der Bühne zu akzeptieren. Er trat somit offensiv für die Gleichberechtigung der Rassen ein.


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