Von Mark Read 0

Jauch und Bean in einer Liga?


Das findet zumindest der deutsche TV-Liebling Günther Jauch und erzählte dem „Stern“, dass er sich durchaus als deutsches Pendant zum britischen Komiker Mister Bean versteht. Dabei ist der Moderator der Quiz-Show „Wer wird Millionär?“ doch gar nicht lustig.

„Dass ich kein motorisches Talent bin, weiß ich. Intern gelte ich vom Bewegungsmuster her als der ‚deutsche Mister Bean’“, so Jauch.  Aber ob eine schlecht ausgebildete Motorik und mäßiges Aussehen als Gemeinsamkeiten reichen, um diesen Vergleich ziehen zu dürfen, ist allerdings diskussionswürdig. Schließlich geht es doch im Schaffensbereich der Komik um Witz und Esprit, die natürlich durch Äußerlichkeiten unterstrichen werden können, aber sicherlich nicht die Natur der Sache sind.

Und wenn Altdamen-Liebling Günther zugegeben ähnlich daneben dreinschaut wie ein schlaksiger Mister Bean, heißt es noch lange nicht, dass über seine Witze auch gelacht werden kann. Diese sind in den letzten Jahren „Wer wird Millionär?“ nämlich eher mit zurückhaltendem Applaus und Höflichkeitskichern belohnt worden. Der 53-jährige Entertainer mit den schiefen Eckzähnen findet außerdem, dass er auch gar nicht den Anspruch erfüllen muss, wie ein Männer-Model auszusehen, da das Berufsfeld der TV-Moderatoren nicht zwingend erforderlich mache – zumindest bei den Männern.

"Peter Zwegat oder Tine Wittler lässt RTL ja auch auf den Bildschirm, wie sie sind", verteidigte er seine Eckzähne. "Bei den Öffentlich-Rechtlichen wechselt auch nicht ein Adonis den nächsten ab - oder sehen Sie Tom Buhrow im Mr.-Universum-Bereich? Aber wen stört's?" So lehnte er überzeugt die zahlreichen Angebote von Oralchirurgen ab, die bei seinem Schwiegersohn-Lächeln immer wieder Gänsehaut bekommen und entgegnet: Leute, lasst das. Diese Unregelmäßigkeit gehört zu mir, die habe ich von meiner Mutter."

Und schon wieder ein Stein im Brett bei den Quotenreißern seiner TV-Show, die wahrscheinlich selbst nicht mehr im Besitz eines einzigen echten Zahns sind.  Günther Jauch ist eben ein Mann vom Volk, und geht deshalb auch weiterhin beim Discounter einkaufen: "Mir ist Luxus sicher nicht fremd, aber Sie können mich eben auch bei Lidl oder Rewe treffen. Wenn Sie im Fernsehen so etwas wie 'stern TV' moderieren, haben Sie irgendwann ein Problem, wenn Sie länger nicht mehr an der Tankstelle oder im Baumarkt waren."

So natürlich und nett der grobmotorische Mann von Nebenan auch ist, ein Pendant zum britischen Komiker ist er wohl nur in seinem Erscheinungsbild – Mr. Bean kauft seinen Humor nämlich beim Discounter.


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