Von Jasmin Pospiech 0
Segel wohnt zuhause

Jason Segel als Loser-Muttersöhnchen in "Jeff who lives at home"

Ein Nesthocker traut sich endlich aus seinem Kokon heraus und erlebt dabei gleich so einige prekäre Situationen. Am Ende muss er sich dann aber der Frage stellen, was er eigentlich vom Leben möchte.


Heute ist ja wieder Donnerstag, also ab ins Kino, denn jetzt gibt es wieder die aktuellsten Kinostarts. Wobei man sich meist, wenn man dann im Kino sitzt, auf die Vorschauen kommender Filme freut als auf den eigentlichen Film. Aber gut. Heute hat sich promipool.de einen weiteren, gegenüber den Starts von "Prometheus" oder "Cosmopolis" eher unscheinbare Indieproduktion von Jay und Mark Duplass, Macher von Filmen wie "The Puffy Chair" (2005).

In dem Film geht es um den Versager Jeff (Jason Segel), der mit Mitte 30 immer noch im Keller seiner Mutter bei Fernseher und Wasserpfeife wohnt. Als er sich doch nach oben wagt, weil er 2 Anrufe erhält, glaubt er plötzlich, dass das alles einen Sinn hat und Schicksal ist. Der erste Anruf ist nur ein nichtssagender Anruf seiner Mutter (Susan Sarandon), die in der Arbeit sitzt und der Zweite von einem Unbekannten, der sich verwählt hat. Doch am Ende des Tages soll er damit sogar Recht behalten.

Kurz darauf trifft er auf seinen ungleichen Bruder Pat (Ed Helms), der zwar alles hat, Frau, Wohnung und Job, aber auch nicht wirklich glücklich mit seinem Leben ist. Er steckt in der Midlifecrisis, hat sich erst einen neuen Porsche gekauft und damit glatt eine Ehekrise angezettelt. Die Beiden entdecken Pats Frau mit einem anderen Mann und werden schließlich in eine irrwitzige Slapstick-Hetzjagd quer durch die Stadt verwickelt...

Für die meisten hört es sich nach dem altbekannten Schema à la "Jungfrau (40), männlich, sucht..." an und man muss zugeben, dass die Brüder wirklich sehr stark klischeehaft gegeneinander kontrastiert werden. Auch wirken die Schauspieler sehr routiniert in ihrer schauspielerischen Darbietung, allen voran Jason Segel als sympathischer und zerstreuter Einzelgänger. Doch hat der Film einen gewissen Charme, die Bilder ruhig, es wird sehr viel mit Handkamera und Zoom gearbeitet und er legt mehr Wert auf die Dialoge. Susan Sarandon bietet mal wieder eine schauspielerische Glanzleistung dar.

Schließlich kann man sagen, dass er eine angenehme Abwechslung zu üblichen Hollywood-Blockbustern bietet.


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