Von Nils Reschke 0
Fukushima und das Social Network

Internet-Aufruhr gegen Politikerin Claudia Roth auf Facebook

Facebook und Twitter sind die beiden beliebtesten Instrumente, um schnell und öffentlich seine Meinung zu allen Themen, die Gott und die Welt bewegen, kundzutun. Für Prominente sind diese Social Networks deswegen fast unverzichtbar, um auch in den Dialog mit Fans und Followern zu treten.


Auch die Grünen-Politikerin Claudia Roth kommuniziert via einer eigenen Facebook-Seite. Und auch die 57-Jährige erlebte jetzt, was es bedeutet, wenn anderen Menschen etwas mehr als sauer aufstößt. Wegen eines Posts bezüglich des traurigen Unglücks von Fukushima, das sich in dieser Woche zum zweiten Mal jährte, wurde die Politikerin scharf attackiert.

Was war eigentlich passiert? Sicherlich wollte Claudia Roth nur an die Katastrophe in Japan erinnern. Also schrieb sie auf Facebook: „Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ.“ Es folgte eine weiterer Satz, der ihr zum Verhängnis wurde: „Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst.“ Was die Grünen-Politikerin aussparte, war die Tatsache, dass ein Erdbeben und der daraus resultierende Tsnunami erst zu dieser atomaren Katastrophe geführt hatten. Und das empörte so manchen Politiker anderer Parteien, aber auch zahlreiche „Fans“ ihrer Facebook-Seite.

In Windeseile wurde Claudia Roths Post tausendfach bombardiert mit Beschimpfungen und Protesten: „Was für eine verzerrte Wahrnehmung – den Tsunami gab es also gar nicht“, steht nur ein Kommentar exemplarisch für zahlreiche. Auch die FDP meldete sich zu Wort: „Wenn man in einem Text 16 000 Tote einer Naturkatastrophe dazu missbraucht, um gegen Atomkraft zu agitieren, ist das einfach nur tief menschenrechtsverletzend und abstoßend.“ Immerhin – eine Entschuldigung folgte, doch „Knappheit des Textes“ als Entschuldigung zu formulieren, war nicht die beste Idee. Der Shitstorm ging weiter. In Zukunft wird sich Claudia Roth und ihr Team wohl ganz genau überlegen, was man auf Facebook veröffentlicht.


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