Von Kati Pierson 3
Im Interview

Immer wieder sonntags: Stefan Mross wünscht sich Udo Jürgens

Stefan Mross (36) – der charmante Moderator plauderte mit uns über sein „Baby“: Die beliebte Sonntagvormittag-Sendung der ARD „Immer wieder sonntags“ und die gleichnamige Tournee.


Promipool: Seit 2005 moderieren Sie „Immer wieder sonntags“. Wie ist es seiner Zeit dazu gekommen?

Stefan Mross: "Wie ist es dazu gekommen? Der damalige Unterhaltungschef Rainer Matthäus hat nach einem neuen Moderator gesucht und da fiel auch mein Name. Und den Mross hat er dann auch bei der U-Sitzung bei der ARD vorgeschlagen. Die ARD hat gefragt, ob er sich da seiner Sache sicher wäre. Er glaubt an mich, war seine Antwort. Wenn einer das kann, dann ist das Stefan Mross. Das war damals der große Wendepunkt. Wir haben Immer wieder sonntags aus dem damaligen Quotentief wieder hoch holen dürfen. Das ist allerdings nicht allein mein Verdienst, hinter mir steht ein starkes Team. Und wir alle sind schon sehr, sehr stolz, weil wir die Quoten über die Jahre fast verdreifacht haben."

Promipool: Welche Erwartungen und Hoffnungen hatten Sie damals an die Sendung?

Stefan Mross: "Wenn die Sendung so geblieben wäre, wie sie war, dann hätte ich sie nicht moderiert. Das war ein Abklatsch vom Fernsehgarten, der damals bei weitem besser war. Man hat sich mehr über Zwiebel und Tulpen und Tulpenzwiebel unterhalten als über gute Laune und Musik. Da hat’s Presse- und Promiexperten gegeben die über Promis gesprochen haben. Da hab ich gesagt, wenn das so bleibt, mach ich das nicht. Das ist dann völlig neu gestaltet und gestrickt worden. Und das neue Konzept ist aufgegangen."

Promipool: 2005 war die Sendung im Quotentief. Mit Ihnen als Moderator stieg die Popularität an und bereits im sechsten Jahr feierte die Show Rekorde wie 24,5% Marktanteil und 6 Mal Tagessieger bei der ARD. 2012 freuten Sie sich bereits in der vierten Show über das Knacken der magischen 2 Millionen-Grenze bei den Zuschauern. Was sehen Sie als Grund für diesen Erfolg an?

Stefan Mross: "Der Grund ist - denk ich mal – dass wir die Leute einfach zum Lachen bringen. Das steht im Vordergrund. Man macht sich meistens Gedanken über komplizierte Dinge, die eigentlich kein Mensch braucht. Die Leute wollen unterhalten werden. Und dafür haben wir deutsche Musik und deutschen Schlager. In den Radiosendungen wird der Deutsche Schlager immer mehr unterdrückt. Bei uns wird er gespielt und es ist jeder willkommen, ob das nun ein kleiner Nachwuchsstar, ein Newcomer oder ein Star, der schon alles erreicht hat in seinem Leben. Wir präsentieren neue Singles und Alben, wie Anfang August die Amigos. Da haben wir die neue CD präsentiert und gleich dazu als Überraschung die Goldenen Schallplatten überreicht. Wir unterstützen die deutsche Musik. Das ist ein wichtiger Fakt. Natürlich bringen wir außerdem mit witzigen Moderationen die Leute zum Lachen und Schmunzeln - das macht auch mir selber viel Spaß!"

Promipool: Ich behaupte „IWS steht und fällt mit Stefan Mross!“ – Würden Sie das so unterschreiben?

Stefan Mross: "Das unterschreib ich nicht! (Lacht) Ich möchte es allerdings auch nicht ausprobieren. Nein - das weiß ich nicht. Also natürlich viele Leute sagen, Du bist nicht auf den Mund gefallen, Du präsentierst das alles ziemlich locker. Das kommt gut rüber. Aber natürlich hab ich auch ein Drehbuch. Ich bin nicht derjenige der alles stur zu 103% auswendig lernt. Dafür wäre ich wirklich der Falsche. Ich rede so wie mir der Mund gewachsen ist, natürlich nicht zu frech. Ich weiß nicht, was wäre, wenn’s ein anderer machen würde. Ich hab keine Ahnung. Ich will’s einfach nur weiter machen."

Promipool: Nach einer total chaotischen Sendung mit starkem Regen, vier ausgefallenen Kameras etc. geisterten durchs Internet Bilder, die Sie u.a. beim Wasserfegen zeigten. Außerdem bedankten Sie sich öffentlich bei Ihrem Team. Ist das für sie selbstverständlich?

Stefan Mross: "Es ist keine Selbstverständlichkeit bei strömendem Regen 90 Minuten mit einem Team von 90 Leuten zu arbeiten. Wir haben gewusst, was auf uns zukommt. Das Sturmtief – keine Ahnung wie es hieß – ich hab’s verdrängt. Das war für uns sehr anstrengend.

Dass die Sendung bis zur letzten Sekunde übertragen wurde, das spricht mehr für mein Team als für mich. Ich muss nur da vorne sein und in die Kamera reden und die Leute bei strömendem Regen bei Laune halten. Es ist kein einziger gegangen. Und dann sieht man während der Live-Sendung, wie nach und nach eine Kamera nach der anderen ausfällt. Das ist vor allem anstrengend für das Team. Die Kollegen sind kräftig ins Rotieren gekommen. Ich krieg’s mit, aber ich muss dennoch auf der Bühne die Ruhe bewahren. Das ist wirklich einzigartig, wie die das gepackt haben. Sie könnten auch alle sagen, wir stellen uns unters Dach. Aber die sagen, wenn der Stefan im Regen rausgeht, dann gehen wir auch raus."

Promipool: Also ist Teamwork wichtig für so eine Sendung?

Stefan Mross: "Teamwork ist immer wichtig. Vom Kabelträger bis zum Regisseur! Da ist jeder so was von wichtig und jeder hoch konzentriert und am Schluss haben wir uns alle umarmt."

Promipool: Vor kurzem ist die 5. Folge der IWS-Doppel-CD erschienen. Was erwartet den Hörer?

Stefan Mross: "Es ist einfach wir jedes Jahr wieder eine „Best of“. Was mich immer freut ist, dass die verschiedenen Verlage und Künstler gerne zustimmen und Titel zur Verfügung stellen. Von Andrea Berg haben wir z.B. den neuen Titel, von Andreas Gabalier und Helene Fischer. Das ist wirklich eine tolle CD und ich hab sie auch bei mir im CD-Wechsler. Ich hör sie mir gerne an. Das ist jetzt kein Joke. Ich steh zu meinen Kollegen."

Promipool: Sie stehen so sehr zu Ihren Kollegen, das Sie vom 16.01. – 24.03. auch eine IWS-Tournee machen werden. Wer wird Sie begleiten?

Stefan Mross: "Begleiten werden mich Frau Wäber, Sigrid und Marina, die Cappuccinos. Stefan Mross wird dabei sein und auch Opa Mross wird dabei sein. Wir präsentieren viele Sketche. Wir werden nicht nur die 'Immer wieder sonntags'-Show auf die Tournee-Bühne, sondern auch aktiv mit dem Publikum arbeiten. Eigentlich genauso wie es die Leute es von der Sendung kennen."

Promipool: Also auch im Winter und montags bis sonntags?

Stefan Mross: (lacht) "Immer wieder montags bis sonntags!"

Promipool: Welche Bedeutung hat IWS heute für Sie?

Stefan Mross: "Es ist eine bedeutende Unterhaltungssendung im deutschen Fernsehen. Wir können von den Quoten her mit Olympia mithalten. Wir müssen uns nicht vor dem Tatort verstecken und können bei der Tagesschau mitreden. Wir sind eine der erfolgreichsten Unterhaltungssendungen geworden. Wir können uns alle die Hand geben: Florian Silbereisen, Carmen Nebel, der Musikantenstadl und IWS. Die Kollegen freuen sich, zu uns in den Europapark zu kommen. Und genauso wie ich gewachsen bin, ist auch die Sendung gewachsen.

Ich hab viel dazugelernt muss ich sagen. Das ist für mich echt das Schöne: Egal ob’s regnet, stürmt oder schneit, man steht jedes Mal aufs Neue vor der Herausforderung, das Publikum bestmöglich bei Laune zu halten. In so einer Open Air Arena ist es laut. Viele Hintergrundgeräusche machen es manchmal ganz schön schwer, die Sendung zu moderieren. Aber umso mehr Spaß macht es auch, wenn es gelingt. Florian und Andy sagen: „Du hast nen Vogel! (lacht) Wir sind schon zufrieden und haben schon Stress, wenn wir 5 bis 6 Sendungen im Jahr machen. Du machst 14 Folgen im Sommer.“ Ich könnt’s gar nicht mehr anders. Mir würde wirklich was abgehen im Sommer, wenn es nicht so wäre. Mein Leben hat sich dadurch sehr verändert. Es soll so bleiben wie es ist. Nur Kleinigkeiten verändern ist okay, Verbesserungen einbringen, neue Ideen – aber im Großen und Ganzen sollte es so bleiben. Und ich hoffe, dass die oberen Herren das auch so lassen bis 2015."

Promipool: Sie haben eben schon gesagt der Vertrag läuft bis 2015. Das heißt, er wurde gerade wieder verlängert?

Stefan Mross: "Das ist für mich eine riesige Ehre, so eine Sendung zu moderieren. Es ist ein tolles Format. Egal, wer das jetzt moderieren würde. In der heutigen Zeit ist es gar nicht so leicht, so ein Format zu halten. Es wird immer wieder etwas gestrichen und jeder macht sich Gedanken. Dass „Immer wieder sonntags“ bis 2015 verlängert wurde, das ist schon großes Kino und für mich eine ganz, ganz große Ehre."

Promipool: Gibt es eine/n Künstler/In, den/die Sie besonders gern in der Sendung hatten?

Stefan Mross: "Also bei mir ist jeder herzlich Willkommen. Egal ob groß oder klein. Die kleinen Mäuse am roten Mikrofon, Andrea Berg, Helene Fischer. Ich freu mich wirklich über jeden. Jeder Gast bekommt eine tolle Moderation. - Ein paar Gäste wünsch ich mir allerdings noch, Udo Jürgens zum Beispiel."

Promipool: Damit haben Sie dann meine nächste Frage fast vorweggenommen, wen hätten Sie denn gerne in der Sendung?

Stefan Mross: "UDO JÜRGENS können Sie da ganz fett hinschreiben. (Anmerkung der Redaktion: Erledigt!) Das wäre ein ganz ganz wichtiger Schwung für die Sendung. Aber auch den Reinhard Fendrich und die Seer. Ich liebe diesen Dialekt – ich bin ja selbst halber Österreicher."

Promipool: Ich hatte am Anfang gefragt, mit welchen Erwartungen Sie damals die Show übernommen haben. Haben Sie die Ziele von damals erreicht?

Stefan Mross: "Übertroffen, eindeutig! Wir wollten die Quoten verbessern, denn die waren ja am Boden, aber dass es so explodiert. Wir haben angefangen in der ersten Sendung mit 16,5 %. Da sagte mein Chef: Naja, jetzt sind wir schon bei 10% mehr als bei der letzten Sendung von Jahr zuvor. Aber dass wir jetzt über 24% hinaus sind, dass ist schon einzigartig. Ein Grund mehr danke zu sagen, bei den Zuschauern, bei den Kollegen und vor allem beim Publikum!"


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