Von Stephanie Neuberger 0
Wenn man zu viel sagt

"Ich danke Gott und der Welt" - Legendäre Oscar-Dankesreden

Ein Moment für die Ewigkeit ist sicherlich, wenn man einen Oscar erhält. Dass dieser freudige Moment auch ziemlich peinlich werden kann, beweisen überschwängliche und nicht von der Bühne zu kriegende Stars wie Gwyneth Paltrow.


Noch zweieinhalb Wochen bis es wieder heißt: „And the Oscar goes to...“. Genau dieser Moment dauert wohl für alle Nominierten eine Ewigkeit. Die wenigen Sekunden bis der Name des Gewinners fällt, werden sicher zur Zerreißprobe. Wenn dann der eigene Name fällt und man auf die Bühne gehen darf, um den Oscar entgegenzunehmen, heißt es Ruhe bewahren.

Die Hollywood-Stars müssen sich auf dieses Event besonders gut vorbereiten. Bereits der erste Schritt aus der Limousine entscheidet über Top oder Flop. Denn die Damen werden umgehend in Sachen Styling bewertet. Sieht das Kleid elegant und zauberhaft aus oder eher wie ein wahrgewordener Albtraum? Sicherlich wird jede Schauspielerin ihr Outfit mit Bedacht gewählt haben, aber dies heißt nicht, dass sie ein glückliches Händchen bewiesen hat. Haben es die Stars dann ins Kodak Theatre geschafft, kann die Show beginnen!

 Seien wir mal ehrlich. Wenn ich jemals, was nicht vorkommen wird weil ich keine Schauspielerin bin, für den Oscar nominiert wäre, würde ich die ganze Zeit nur eins denken: „Wann kommt endlich meine Kategorie?“ Wochenlang hätte ich mir nicht nur über Kleid, Frisur und Make-up Gedanken gemacht, sondern auch um meine Dankesrede. Was und vor allem wem muss ich danken und wen lobend erwähnen?

Die meisten und so gehört es sich auch danken zu allererst der Academy. Viele richten auch ein Dank an Gott und ihre Eltern. Schnell noch dem Regisseur für den Film, in dem man herausragend mitgespielt hat, danken und die Co-Stars ebenfalls erwähnen. Dies gilt zuminest für die Schauspieler. Filmemacher danken ihrem Team und den Darstellern. Die Preisträger haben genau 45 Sekunden um alles zu sagen, was sie möchten, danach setzt das Orchester ein.

Allerdings nehmen nicht alle Gewinner diese Beschränkung sehr ernst. Legendär ist wohl Gwyneth Paltrow. Ich weiß noch genau, wie ich vor dem Fernseher saß und zusah wie Gwyneth den Oscar für ihre Darbietung in „Shakespeare in Love“ entgegennahm. Die Schauspielerin sah in ihrem rosa Kleid aus wie eine Ballerina und war so gerührt, als sie auf die Bühne kam. Eine gefühlte Ewigkeit dankte Paltrow jedem Menschen, dem sie je begegnet ist. Bis heute wird ihre Dankesrede immer wieder ins Lächerliche gezogen und ist eine Vorlage für viele Witze. Ebenfalls auf der Bühne festgeklebt war Cuba Gooding jr., der vor allem seiner Mama immer und immer wieder sagte, wie sehr er sie liebe. Roberto Benigni hielt seine Euphorie über den Oscar für "Das Leben ist schön" nicht zurück und stellte sich jubelnd auf die Lehne seines Sitzes. Auf der Bühne hielt er dann eine hinreißende Rede in einem charmanten Mix aus Englisch und Italienisch. Auch wenn nicht viele den Inhalt verstanden haben: Das war ebenfalls ein Auftritt, der unvergesslich bleibt.

Sicher ist der Moment, in dem der eigene Name fällt und man vermutlich den Höhenpunkt seiner bisherigen Karriere erlebt, überwältigend. Freude und Emotion darf man zeigen, aber ein völlig überdrehter Freudentaumel wird einem ewig nachhängen, nicht wahr Gwyneth?!


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